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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

»Herbstzeit ist für mich Kranichzeit«

Vogelschützerin Christine Härtl fährt jedes Jahr für vier Wochen an die Ostsee und arbeitet im Kranichzentrum mit

Seit Ende September stehe ich mit dem Kranichmobil am Zingster Hafen und spreche mit Touristen über Kraniche und Umweltschutz. Dafür habe ich mir vier Wochen freigenommen: Statt Flightmanagerin bei der Lufthansa in Frankfurt am Main bin ich dann Rangerin im Kranichschutz im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Herbstzeit ist für mich Kranichzeit.

Wenn sich die Kraniche vor ihrem Flug in den Süden zu Tausenden sammeln, ist das ein großes Spektakel für die Touristen. Nachts schlafen die Kraniche im flachen Wasser der Bodden, tagsüber fliegen sie auf die Felder und Wiesen auf dem Festland, um zu fressen. Dort, am Günzer See, gibt es ein Kranichzentrum mit einer Beobachtungsstelle, dem Kranorama. Auf den Wiesen davor bringen wir Mais aus, um die Kraniche anzulocken und zu verhindern, dass es Konflikte mit Bauern gibt. Wir verteilen Ferngläser an die Besucher, achten darauf, dass die Vögel in Ruhe gelassen werden und sammeln Spenden.

Das Wichtigste ist aber, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Die Kraniche sind von Umweltproblemen wie Entwässerung, Ackergiften oder Klimawandel direkt betroffen. Nach einem Tankerunglück fragte mich eines meiner Kinder: »Was lasst ihr uns eigentlich auf diesem Planeten übrig?« Ich hatte darauf keine Antwort, aber ein wachsendes Bedürfnis, mich für die Umwelt zu engagieren. Ich habe dann erst mal berufsbegleitend Umweltwissenschaften an der Fernuniversität studiert. Und vor zehn Jahren, als meine Kinder mich nicht mehr ständig brauchten, begann ich mit der Arbeit als Kranichrangerin. Das Thema Kraniche lag nahe, schließlich ist er das Wappentier der Lufthansa. Als Rangerin