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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

Fakten oder Manipulation?

vom 05.10.2018
Kritik an der Internet-Enzyklopädie Wikipedia

Wikipedia zählt zu den wichtigsten Informationsquellen im Internet. Zwar ist bekannt, dass nicht alles, was das Internet-Lexikon veröffentlicht, für bare Münze genommen werden kann, dennoch belegt es auf der Rangliste der meistbesuchten Webseiten den fünften Platz. »Wer die Wikipedia beherrscht, beherrscht die öffentliche Definition der Wirklichkeit und kann den politischen Diskurs relevant beeinflussen«, schreibt der Regisseur und Journalist Dirk Pohlmann auf der Internetplattform Nachdenkseiten. Wie viel Macht einzelne Autoren haben und inwieweit Ministerien Einträge über die Politik der eigenen Regierung manipulieren, hat er recherchiert. Ein Beispiel ist ein Deutscher, der sich »Feliks« nennt und bei Wikipedia besonders jene Artikel bearbeitet, die sich mit Israel befassen. Pohlmann, der unter anderem für Arte, ZDF und ARD arbeitet, wirft ihm vor, er habe aus dem Artikel über das frühere Foltergefängnis »Anlage 1391« des israelischen Militärgeheimdienstes »alles herausgestrichen, was es an Informationen über die Vorgänge in Camp 1391 gibt«. Während internationale Medien wie der Guardian, Haaretz oder Newsweek über Menschenrechtsverletzungen dort berichtet hätten, sind im entsprechenden deutschen Wikipedia-Eintrag nach Bearbeitung von »Feliks« keine Details mehr dazu zu finden (anders als im englischsprachigen Eintrag). Gleichzeitig diskreditiere »Feliks« Aktivisten wie die deutsch-israelische Künstlerin Nirit Sommerfeld, die die israelische Politik kritisiert. Er unterstelle ihr eine Nähe zur Boykott-Bewegung BDS, in der Sommerfeld nach eigenen Angaben nicht aktiv ist. Seit der Veröffentlichung Pohlmanns zu »Feliks« ist dies im Wikipedia-Eintrag zu Sommerfeld gelöscht. »Wikipedia kann als mächtiges Denunziationsinstrument genutzt werden«, so das Fazit Pohlmanns.

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