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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

Das fabelhafte Land des Schota Rustaweli

Bissig und poetisch, politisch und humorvoll: Georgiens Schriftsteller stellen sich den Traumata der Vergangenheit und den Fragen der Gegenwart. Das kleine Land am Rande Europas ist dieses Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse

Nun also Georgien. Das Land am Rande Europas, diesjähriger Ehrengast der Frankfurter Buchmesse, die kommende Woche beginnt, ist etwa so groß wie Bayern, liegt zwischen Russland und der Türkei – und die wenigsten Deutschen haben eine konkrete Vorstellung von seiner Landschaft oder seiner Literatur. Georgische Schriftsteller hätten bislang kaum die Möglichkeit gehabt, sich einem internationalen Publikum zu präsentieren, sagt Simone Bühler, die die Ehrengast-Auftritte auf der Frankfurter Buchmesse organisiert. Denn bislang wurden ihre Bücher selten ins Deutsche übersetzt. Gerade deshalb, meint Bühler, habe das Publikum nun viel zu entdecken: »Georgien ist ein hochinteressantes Literaturland.«

Tatsächlich hat das kleine, vom Christentum geprägte Land zwischen Orient und Okzident, das sich von dem übermächtigen Nachbarn Russland emanzipiert hat, von jeher eine lebendige Kulturszene. Seine lange literarische Tradition fand schon mit dem Nationalepos »Der Recke im Tigerfell« von Schota Rustaweli im zwölften Jahrhundert einen ersten Höhepunkt. Darin geht es um zwei Liebespaare, die erst heiraten dürfen, nachdem die Männer Heldentaten vollbracht haben. Das 1700 Strophen zählende, mehrfach ins Deutsche übersetzte Werk wurde vor fünf Jahren von der Unesco zum Weltdokumentenerbe ernannt. Seit August liegt mit »Der Held im Pardelfell« eine moderne Nacherzählung des Journalisten Tilman Spreckelsen vor, die von der Illustratorin Kat Menschik mit glänzenden Bildern zu neuem Leben erweckt wird.

In Georgien ist man stolz auf die Einladung nach Frankfurt. »Der Ehrengast-Auftritt trägt dazu bei, dass Georgien in Europa integriert wird und sich als Mitglied der europäischen Familie fühlt«, sagt