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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2018
Gottverlassen
Findet die katholische Kirche aus ihrer selbstverschuldeten Misere?
Der Inhalt:

Alte Wurzeln, neu entdeckt

Junge Polen entdecken das Judentum als spirituelle Heimat. Nicht allen Juden gefällt das

Iza heißt jetzt Rachel Rivka. Die langen blonden Haare hat sie zu einem Schopf hochgesteckt. Ein Tuch bedeckt ihre Schultern, als sie mit klarer Stimme ein Loblied auf Hebräisch anstimmt: »Baruch haba b’Shem Adonai.« Gesegnet ist er, der kommt im Namen des Herrn. Es ist Freitagabend in der Synagoge der Gemeinde Beit Warszawa in Wilanów, einem südlichen Wohnbezirk von Warschau. Während hinter den gekippten Fenstern des zum Gebetssaal umfunktionierten Wohnzimmers die Sonne untergeht, feiern sie den Beginn des Sabbat. Seit Iza zum Judentum konvertierte und Rachel Rivka wurde, ist sie Shatz – eine Laienpredigerin. Bald wird der Gesang rhythmischer. Es wird geklatscht, die Hüft