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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2017
Cyberwar
Stell dir vor, es ist krieg und keiner merkt es
Der Inhalt:

Paradies in Gefahr

In Bangladesch bedroht ein Kohlekraftwerk den Lebensraum von Mensch und Tier. Die Zerstörung nimmt ihren Lauf

Wer auf der Suche nach dem Paradies ist, findet es im Mündungsgebiet von Brahmaputra und Ganges. Dort liegen im Grenzgebiet von Indien und Bangladesch die Sundarbans, die größten Mangrovenwälder der Welt: ein Labyrinth aus Flüssen, in denen seltene Delfine schwimmen, und Inseln, an deren Ufern wuchtige Wurzeln aus dem Schlamm ragen. Das saftgrüne Dickicht der Mangroven bietet den bedrohten bengalischen Tigern ein perfektes Revier, in den Baumkronen wimmelt es von Bienen, Pythons und über 250 Vogelarten. Aufgrund dieses Artenreichtums wurden Teile der Sundarbans-Nationalparks von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt. Doch dieses Paradies ist nun in Gefahr. Denn nur wenige Kilometer außerhalb der Waldzone, nördlich der Hafenstadt Mongla, soll das Kohlekraftwerk Rampal mit 1320 Megawatt Leistung gebaut werden. Darauf hatten sich die Regierungen von Indien und Bangladesch bereits 2010 geeinigt. Zwei Jahre später gründeten ihre staatlichen Energieversorger ein Gemeinschaftsunternehmen: die Bangladesh-India-Friendship-Power Company Ltd.

Erneuerbare Energien hätten im sonnenreichen Bangladesch zwar großes Potenzial, doch bis zum Jahr 2030 soll die Hälfte des Stroms mit Kohle produziert werden. Über das Kohlekraftwerk Rampal sagt die Premierministerin von Bangladesch, Sheikh Hasina, dass es der Umwelt keinesfalls schaden werde. Sie beruft sich dabei auf ein Umweltgutachten, das nicht nur zu spät, sondern auch von einer staatlichen Institution angefertigt wurde. Internationale Organisationen wie Greenpeace sowie nationale Umweltschutzverbände bezeichneten es daher als »unzulänglich« und fertigten e