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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2016
»Schaut doch mal rein in die Bibel!«
Bodo Ramelow über Christsein und Kapitalismus
Der Inhalt:

Frieden in Syrien – aber wie?

von Markus Dobstadt vom 07.10.2016
Kirchen und Verbände machen Vorschläge für eine zivile Lösung dieses immer brutaleren Stellvertreterkrieges

Mehr als 400 000 Tote, rund zwölf Millionen Flüchtlinge, ungezählte traumatisierte und entwurzelte Menschen. Das ist die entsetzliche Bilanz nach fünf Jahren Krieg in Syrien. Von seinem Ursprung, dem Protest der syrischen Bürger gegen das Regime von Präsident Bschar al-Assad, hat sich der Konflikt längst entfernt. Ein schwer zu entwirrendes Konglomerat aus Interessen, Allianzen und Feindschaften befeuert ihn immer wieder neu.

Wie lässt sich dieser Konflikt lösen, wenn die arabischen Golfstaaten, die Assad vertreiben wollen, islamistische Gruppen unterstützen, die USA den gemäßigten Rebellen militärisch unter die Arme greifen und auf der anderen Seite Iran, Irak und Russland eine Niederlage der syrischen Armee verhindern? Wenn noch dazu der »Islamische Staat« gegen alle kämpft und auch die Kurden, die an der türkisch-syrischen Grenze Kantone gebildet haben, eigene Interessen verfolgen, was wiederum für die Türkei Anlass ist, in den Konflikt einzugreifen? Kann in dieser Lage Frieden mit zivilen Mitteln entstehen? Und was kann Deutschland dazu beitragen?

Im vergangenen Jahr rief ein Bündnis von mehr als 200 deutschen Organisationen zum Protest gegen einen Bundeswehreinsatz in Syrien auf. Der Bundestag hat ihn am 4. Dezember 2015 dennoch genehmigt. Deutschland unterstützt seither auf Bitten des vom IS-Terror erschütterten Frankreich eine internationale Allianz im Kampf gegen den »Islamischen Staat« mit Aufklärungs- und Tankflugzeugen sowie einer Fregatte. Bis zu 1200 Soldaten sind beteiligt.

Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), lehnt den Einsatz entschieden ab. Terrorismus lasse sich nicht militärisch bekämpfen. Die Erfahrung zeige: »Für einen getöteten Terroristen wachsen zwei neue nach.« Auch sei der Syrien-Konflikt, so unübersichtlich er sei, nicht militärisch zu entscheiden. Das sage auch die Bundesregierung. »Dann zieht die Konsequenzen daraus«, empfiehlt Brahms. Seiner Ansicht nach müssten Initiativen, die sich für einen friedlichen Wandel einsetzen, stärker als bisher unterstützt werden. Wie die Weißhelme, die gerade mit dem Alternativen Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden, wie Citizens for Syria, die Nonviolent Peaceforces oder Adopt a Revolution. Die für den Bu

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