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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2016
»Schaut doch mal rein in die Bibel!«
Bodo Ramelow über Christsein und Kapitalismus
Der Inhalt:

Die geheime Weltmacht

Die BlackRock AG beherrscht die westliche Wirtschaft. Und das hat Folgen für Beschäftigte, Umwelt und Staaten

Als im Mai 2016 ein Unternehmen aus China Anteile an der Augsburger Roboterfirma Kuka erwerben wollte, wurde gewarnt vor dem »Ausverkauf deutscher Technologie«. Was für eine Ironie! Seit etwa 15 Jahren übernehmen vor allem US-amerikanische Investoren reihenweise die Mehrheit in Unternehmen in Deutschland und der Europäischen Union. Aber da warnt niemand, obwohl es nötig wäre.

Dabei ist die Öffnung der deutschen Wirtschaft für ausländisches Kapital erwünscht. Speziell die rot-grüne Regierung wollte Deutschland mithilfe ausländischer Investoren »wettbewerbsfähiger« machen. Um sie zu locken, senkte die Regierung die Steuern auf Unternehmensgewinne. Dazu machte sie lohnabhängige Arbeit durch die vier Hartz-Gesetze billiger und flexibler. Renten wurden abgesenkt. Die neuen Investoren kamen scharenweise und krempeln die sogenannte Deutschland AG um.

Deutschland AG – das meinte vor der Jahrtausendwende eine tief verflochtene deutsche Wirtschaft, in der die großen Banken und Finanzkonzerne wie die Deutsche Bank, Commerzbank, Dresdner Bank und die Allianz die dicken Aktienpakete an den DAX-Konzernen unter sich aufteilten. Seit Jahren ist die Deutschland AG abgelöst durch die BlackRock AG.

BlackRock – auf deutsch »schwarzer Fels« – ist der größte Vermögensverwalter in der westlichen Welt. Das US-Finanzunternehmen betreut Vermögen von etwa 4700 Milliarden US-Dollar – das ist mehr als die gesamte deutsche Wirtschaftsleistung pro Jahr. BlackRock gilt als »Schattenbank«, weil das Unternehmen Geldgeschäfte macht, ohne eine Bank