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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2015
»Der Papst muss liefern«
Publik-Forum-Streitgespräch über Reformen in der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Vorgespräch: Wie outete man sich in der DDR?

Fragen an Christian Pulz zum Auftakt der Veranstaltungsreihe in Berlin »Zeitgeschichte persönlich erlebt«

Publik-Forum: Herr Pulz, Sie sprechen am 21. Oktober zum Thema »Coming-out im Vakuum - Selbstbestimmtes Leben Homosexueller in der DDR«. Was erwartet die Besucher des Abends?

Christian Pulz: Ich war selbst in der Schwulenbewegung der DDR aktiv und habe den Arbeitskreis »Schwule in der Kirche« mitgegründet. Von dieser Zeit, den Verfolgungen durch die Stasi, der Diskriminierung und dem Beginn der Schwulenbewegung werde ich erzählen. Auch alte Stasi-Akten zu dem Thema werde ich dabeihaben. Dann wird es die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen.

Wie war denn die Lage der Schwulen und Lesben in der DDR?

Pulz: Die rechtliche Lage war zwar nach 1968 rein formal gut, weil zu dem Zeitpunkt der Paragraf 175, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, abgeschafft wurde. Trotzdem wurden Homosexuelle diskriminiert, indem das Thema einfach totgeschwiegen wurde. Es gab keine schwulen Zeitungen und nur wenige Kneipen in Berlin, in denen man sich treffen konnte. Auch dort durfte man aber nicht öffentlich seine Zuneigung zeigen oder sich küssen. Es kam zu einer Art Selbstdiskriminierung. Jeder hat darauf geachtet, dass es nicht bekannt wird. Viele haben Nachteile im täglichen Leben befürchtet.

Die Veranstaltung heißt »Coming-out«. Wie hat man sich in so einer Situation geoutet?

Pulz: Oft gar nicht, weil man Angst vor Problemen hatte. Mit unserer Gruppe hatten wir alle 14 Tage ein Treffen mit fast 300 Leuten. Das hat manche ermutigt, diesen Schritt zu tun und zum Beispiel eine gemeinsame Wohnung zu beantragen.

Wa