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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2015
»Der Papst muss liefern«
Publik-Forum-Streitgespräch über Reformen in der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Kolumne Von Fabian Vogt: Analoge Dialoge

Wir waren diesen Sommer in Irland. Wunderschöne Insel. Ein bisschen feucht vielleicht. Und gelegentlich wetterwendisch. Aber man findet dort so viel Grün, dass man irgendwann gar nicht mehr rotsehen kann. Uns hat das unfassbar gutgetan.

Ganz grün waren wir uns schnell auch mit den Iren, die sehr gastfreundlich und kommunikativ sind (falls wir sie denn richtig verstanden haben). In diesem Zusammenhang passierte in Dublin etwas Wundersames, das mich noch eine Zeit lang beschäftigen wird.

Vorher muss ich kurz erwähnen: Unsere Kinder zeigten sich nicht ganz so intensiv am »Book of Kells« oder am »Dublin Writers Museum« interessiert wie wir Erwachsenen und meinten, es wäre touristisch viel reizvoller, die irische Kultur anhand von Spielzeugläden zu erkunden. Selbst mein Einwand, dass fast alles, was dort in den Schaufenstern lockte, in Deutschland produziert würde, konnte diesem Begehren keinen Abbruch tun.

Natürlich ging es aus wie immer: Unser Sohn fand es nach endlosem Stöbern mehr als angemessen, zur Erinnerung an Irland einen grottenhässlichen Dinosaurier mitzunehmen, und unsere Tochter entflammte für ein vollsynthetisches Prinzessinnenkleid, für dessen Farbe sich sogar ein Bonbon geschämt hätte.

Ich schlug einen pädagogisch sinnvollen Kompromiss vor: Wir verzichten auf diese Ungeheuerlichkeiten und kaufen stattdessen ein klassisches Kartenspiel – bedruckt mit den schönsten Sehenswürdigkeiten Dublins.

»Hä?«, fragte mein Sohn, »wer braucht denn so was? Ein Dino ist wenigstens was Praktisches.« Ich überhörte das und auch die folgenden lautstarken Protestschreie, bezahlte das Kartenspiel und zerrte die Kinder nach draußen.