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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2013
Gehätschelt und doch betrogen?
Familien in Deutschland
Der Inhalt:

Angst vor dem Kirchenvolk

von Wolfgang Kessler vom 11.10.2013
Katholiken-Chef Alois Glück fordert von Kardinal Marx Aufklärung über das geplante Sozialwort – und erfährt nicht viel

Im Spätsommer muss Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), wohl die Faxen dicke gehabt haben. Er wusste, dass eine Arbeitsgruppe der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine Art von Sozialwort, genannt »Ökumenische Sozialinitiative«, vorbereitete. Was genau geplant und geschrieben wird, das teilten die Kirchenspitzen dem ZdK ebenso wenig mit wie anderen kirchlichen Verbänden. Also schrieb Glück einen Brief an den Münchner Kardinal Reinhard Marx mit der Bitte um Aufklärung. In seiner Antwort äußert sich Marx kaum zum Inhalt des Textes – und nur dürftig zur Diskussion nach dessen Veröffentlichung. Die Kirchenoberen mögen es lieber heimlich.

Laut Marx handelt es sich bei dem Text um zehn Thesen, die sich »ausgehend von den Grundlagen der Wirtschaft, der Fortentwicklung der sozialen Marktwirtschaft und einer Erneuerung der Verantwortungskultur mit konkreten Fragen der Finanzmärkte, der Staatsverschuldung, der Umweltproblematik und der erforderlichen Transformation« beschäftigen.

Dieser Text soll noch im Herbst veröffentlicht werden. Dann wollen die Kirchen auf den Internetportalen katholisch.de und evangelisch.de zu einer Diskussion einladen – wenn auch offenbar etwas widerwillig: Auf diesen Internetportalen gebe es, schreibt Marx an Glück, »Möglichkeiten, verschiedene Kommentare und Bewertungen besonders hervorzuheben«. Und weiter: »Zu solchen hervorgehobenen Kommentaren und Bewertungen müssen die katholischen Sozialverbände auf jeden Fall eingeladen werden.« Im Frühjahr 2014 soll dann in Berlin ein Kongress stattfinden, auf dem der Text intensiv diskutiert werden soll.

Wenn Alois Glück von Reinhard Marx eine Erklärung für die Heimlichtuerei rund um diese Sozialinitiative erwartet hatte, so wurde er enttäuscht – und getröstet: »Auch wenn die sachlichen Zwänge der ökumenischen Zusammenarbeit bislang dazu geführt haben, dass die Abstimmung weitestgehend zwischen EKD und Bischofskonferenz erfolgen musste, so liegt mir die Einbindung des ZdKs und der Verbände in die Diskussion über die Ökumenische Sozialinitiative doch besonders am Herzen.«

Mit dieser Ankündigung reagiert Marx auf den Ärger, der sich in den

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