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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2009
Aufbrechen.
Lehren aus einer Wahl, die für viele keine war
Der Inhalt:

»Wir weigern uns, Feinde zu sein«

von Thomas Seiterich vom 09.10.2009
Unter dem Druck jüdischer Siedler: Daoud Nasar und sein ökumenischer Weinberg im Süden von Palästina. Und bald sollen noch mehr Siedlungen gebaut werden

Mein Herz klopft heftig. Ich robbe unter einem Stacheldrahtzaun durch, mitten in der staubtrockenen Mittagshitze, tief im von Israel besetzten Palästina. Ich klettere über eine Natursteinmauer und gehe dann vorsichtig den Weinberg hoch in Richtung Tent of Nations, »Zelt der Nationen«. Droben auf dem Berg bellt ein Hund. Oder sind es zwei? Beißen palästinensische Wachhunde? Egal. Ich suche den Bauer Daoud Nasar, der auf einem von jüdischen Siedlern noch nicht besetzten Hügel hoch über dem arabischen Dorf Nahalin die ökumenische Begegnungsstätte Tent of Nations gestartet hat. Das Friedensprojekt liegt auf halbem Weg zwischen Bethlehem und der uralten Patriarchenstadt Hebron im Süden der Westbank. Schließlich finde ich zum Weg und stoße auf einen aufgerichteten Stein. »Wir weigern uns, Feinde zu