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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2019
Vision einer neuen Kirche
Von Maria 2.0 zur ersten Päpstin
Der Inhalt:

Stichwort: Rassismus stirbt noch nicht aus

von Norbert Copray vom 20.09.2019
Wie Nazi-Sprachmuster wieder gängig werden

Willi Winkler
Das braune Netz
Wie die Bundesrepublik von früheren Nazis zum Erfolg geführt wurde. Rowohlt Berlin. 415 Seiten. 22 €

Felix Bohr
Die Kriegsverbrecherlobby
Bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter. Suhrkamp. 558 Seiten. 28 €

Johann Chapoutot
Das Gesetz des Blutes
Von der NS-Weltanschauung zum Vernichtungskrieg. Philipp von Zabern. 475 Seiten. 49,95 €

David Motadel
Für Prophet und Führer
Die Islamische Welt und das Dritte Reich. Klett-Cotta. 571 Seiten. 30 €

Klaus Kellmann
Dimensionen der Mittäterschaft
Die europäische Kollaboration mit dem Dritten Reich. Böhlau. 666 Seiten. 50 €

István Deák
Kollaboration, Widerstand und Vergeltung im Europa des Zweiten Weltkriegs
Böhlau. 367 Seiten. 34,99 €

Wer behauptet, jetzt sei der rechtspopulistische Rassismus in der Mitte der Gesellschaft angekommen, irrt entweder oder will irreführen. Das nationalsozialistische Denken und Sprechen ist nie aus der Mitte gewichen, höchstens verborgen gewesen.

Zur Erkenntnis verhelfen gediegene Werke wie etwa das Buch des Journalisten und Redakteurs der Süddeutschen Zeitung, Willi Winkler, über »Das braune Netz«, in dem er teilweise minutiös nachzeichnet, »wie die Bundesrepublik von früheren Nazis zum Erfolg geführt wurde«. Er nennt diese braune Bagage »eine eigentümliche Übergangsmacht«. Da die Mehrheit der Fachleute entweder emigriert, gefallen oder ermordet sowie Nazis mit oder ohne Parteibuch waren, blieb oft nur: Man bediente sich der Nazi-Fachleute zum Wiederaufbau. Die Entnazifizierung war ein Witz; das braune Netz elastisch und dauerhaft.

Deutlich wird das mit dem Buch »Die Kriegsverbrecherlobby« des Historikers und Journalisten Felix Bohr, der die »bundesdeutsche Hilfe für im Ausland inhaftierte NS-Täter« dokumentiert und analysiert. Was Kriegsverbrecher waren, wurde selbst von angesehenen Politikern unter »Kriegsgefangene« subsumiert und verharmlost. Für sie setzten sich – teilweise angetrieben von Netzwerken alter Nazis – Kirchen, Parteien und verdeckte Hilfsgruppen ein, di

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