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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Buch des Monats: Wird gelehrt, was wahr ist?

von Norbert Copray vom 21.09.2018
Wider ein evangelikales Christentum

Hubertus Halbfas
Kurskorrektur
Wie sich das Christentum ändern muss, damit es bleibt. Patmos. 208 Seiten. 20 €

Hubertus Halbfas, emeritierter Professor für Religionspädagogik, holt noch einmal zu einer heftigen Kritik an Theologie und Kirche, insbesondere katholischer Provenienz, aus. Mit seinen starken Impulsen zum Umdenken in der Religionspädagogik gehört er zu den einflussreichsten und produktivsten Religionspädagogen und wurde über die Grenzen seines Faches hinaus bekannt.

Jetzt geht Halbfas aufs Ganze mit seiner Streitschrift »Kurskorrektur«, um zu zeigen, »wie sich das Christentum ändern muss, damit es bleibt«. Damit gehört er zu einer Reihe progressiver, kritischer Christen von Hans Küng bis Eugen Drewermann, von Klaus-Peter Jörns bis Karen Armstrong. Dabei folgt er der Frage des Kirchenhistorikers Hubert Wolf: »Ist wahr, was gelehrt wird« oder »wird gelehrt, was wahr ist?« Halbfas resümiert: »Ein sich gegenüber historisch-kritischen Erkenntnissen vollkommen souverän verhaltendes Lehramt, das seit der Aufklärung immer wieder die eigene Inkompetenz nachgewiesen bekam, hat unter den Intellektuellen der westlichen Kultur seine Reputation verloren.« Nicht nur für sie sei es realitätsfern geworden. Halbfas weist nach, wie weit sich Kirchenobere und Theologen vom Weltbild, Menschenverständnis, Sprache und Wahrnehmung der Menschen entfernt haben. Offizielle Kirche und auch die Theologie seien noch immer von mittelalterlichen Denkschemata geprägt, »und es sieht nicht so aus, als gebe es – evangelisch wie katholisch – Ansätze, an dieser Stelle eine neue Sprache zu gewinnen«.

Eingehend nimmt er sich zentrale Stücke des christlichen Credos vor. Von Gott über die »zweigeteilte Welt«, über »das Evangelium Jesu und das Evangelium des Paulus«, die Auferstehung und die Tischgemeinschaft, über das Abendmahl und die Eucharistie und »die Deutung des Todes Jesu als Sühnopfer« bis hin zur Neuerfindung des Priestertums, der Trinität, der Erbsünde, Jungfräulichkeit Mariens und Marienerscheinungen.

Halbfas argumentiert überwiegend faktenbasiert und stringent. Manche werden ihn empfinden wie einen »Theologen mit dem Hammer«. Selbst kritische Christen könnten kalte Füße bekommen. Eine Streitschrift provoziert heftige Kritik. Diese wird nicht lange auf sich warten lassen. Doch sind die zahlreichen Ansätze von Halb

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