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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Streitfragen zur Zukunft Ist der Pazifismus am Ende?

vom 21.09.2018
Leserstimmen Der Politikwissenschaftler Jochen Hippler argumentierte: Pazifismus allein reicht nicht aus. Die Bürgerrechtlerin Ruth Misselwitz entgegnete: Nein, zur Gewaltfreiheit gibt es keine Alternative. Jetzt haben die Leser das Wort

Die Gewaltfreiheit ist eine fundamentale Wahrheit. Erst in ihr ist der Mensch seiner Menschenwürde würdig. Solange der Mensch Kriege führt, ist er kein Mensch, sondern ein Unmensch. Ein Mensch ist er erst dann, wenn er sich zur Gewaltfreiheit bekennt. Pazifismus bedeutet vollsten Einsatz für das Leben. Richard Steinhauser, Sigmarszell

Jochen Hippler hat sehr präzise und sachkundig die verhängnisvolle, sinnwidrige und un-menschliche Rolle des Bellizismus herausgearbeitet. Umso nachlässiger und unprofessioneller behandelt er die Möglichkeiten und tatsächlichen Gewissheiten des Pazifismus und seine Erfolge. Wie oft in der bellizistischen Literatur beschwört auch er den Mythos, dass man zum »Schutz von potenziellen Opfern eines Völkermords« leicht durch einen »begrenzten Einsatz eher geringer militärischer Kräfte« etwas erreichen kann. Hippler macht sich nicht die Mühe, einmal zu recherchieren, wann, wo und wie tatsächlich zivile Sicherheits- und Konfliktbereinigungsmaßnahmen schon positive Ergebnisse erzielt haben. Er geht auch nicht so weit in seiner Darstellung, einmal zu prüfen, welch verheerende Folgen diese bellizistische militärische Sicherheitspolitik haben wird, wenn man sie kritiklos akzeptiert und sie so zum Ausgangspunkt eines neuen, dritten Weltkrieges wird.

Gerhard Loettel, Magdeburg

Jochen Hippler meint, dass »der Pazifismus« am Ende ist, weil er 1994 zu Ruanda und 1995 zu Srebrenica kaum etwas anzubieten hatte. Nun waren es ja gerade nicht Pazifisten, die die gescheiterten UN-Einsätze dort gefordert, konzipiert und geleitet haben. Im zerfallenden Jugoslawien wurden die Aktivitäten des »Balkan Peace Team« und der jugoslawischen Friedensaktivistinnen und -aktivisten von denen konterkariert, die glaubten, dass gegen Gewalt nur Militär hilft, und denen, die sich in einem eskalierenden Konflikt auf die eine oder andere Seite schlugen. Ich bin Pazifistin, und ich diskutiere regelmäßig die Frage, wie potenzielle Opfer von Krieg und Völkermord geschützt werden könnten. Es waren und sind Pazifistinnen und Pazifisten, die schon vor Ruanda und Srebrenica in eskalierenden Konflikten Friedenskräfte statt Kriegsparteien unterstützt haben, die in Deutschland mühsam den leider nach wie vor unterausgestattet

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