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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

»Ich muss was zum Blühen bringen«

von Anita Rüffer vom 21.09.2018
Monika Rubsamen aus Freiburg hat einen Lesegarten gegründet und will Kleingärten retten

Kleingärtner stehen ja im Ruf, dass sie nur auf das bedacht seien, was innerhalb ihrer eigenen Umzäunung geschieht. Mit unserem Lesegarten wollen wir das Gegenteil beweisen. Die Gartentür steht täglich weit offen für Menschen aus dem Stadtteil oder Passanten. Auch Beschäftigte des nahen Rathauses nutzen ihn für ihre Mittagspause. Es gibt so viele schützenswerte Dinge in der Natur, die allen gehören. Aber viele sind gefährdet. Auch dieses Gelände. Es soll dem Wohnungsbau geopfert werden. Unsere Initiative »Gartenleben Freiburg« kämpft dafür, dass grüne Oasen wie diese erhalten bleiben. Als unsere Gruppe den Kleingarten übernahm, war er arg verwildert. Seitdem habe ich viele Stunden darin verbracht, Büsche und Bäume geschnitten, gepflanzt und gesät.

Das Gartenhäuschen war recht verfallen, jetzt ist es ein Schmuckstück. Mit gespendeten Brettern haben wir es aufgemöbelt, schön bunt angemalt, Regale eingebaut und sie mit gespendeten Büchern bestückt. Es ist wie eine öffentliche Bibliothek. Eine von uns kümmert sich darum, dass sie ordentlich sortiert ist. Wer will, nimmt sich ein Buch und lässt sich auf einer der Gartenliegen nieder. Man darf auch Lesestoff mitnehmen oder bringen. Aber das Lesen ist nur ein Angebot. Unser Garten soll eine Oase sein für Mensch und Tier und zeigen, was sich mit bürgerschaftlichem Engagement bewirken lässt. Ein Wasserloch für Molche haben wir angelegt, eine Blumenwiese für Schmetterlinge und Insekten, ein Kräuterbeet und einen Sandkasten, der von Kindern rege in Anspruch genommen wird.

Jeder von uns acht besonders Aktiven macht das, was er oder sie am besten kann. Aus dem Tierheim habe ich unseren Igel Emma geholt und ihm eine Igelschnecke gebaut, ein tönernes Haus für Igel. Neulich in der Dämmerung habe ich beobachtet, dass da sogar noch ein zweiter Igel zugange war. Alle paar Tage lege ich ihnen Futter hin. Mein Hausnachbar hat Futterhäuschen und Bruthöhlen für Vögel gebaut. Jetzt kommt er immer mit seiner demenzkranken Frau her, die sich hier wohlfühlt, weil sie selbst mal einen Garten hatte.

Früher, als meine heute erwachsene Tochter noch klein war, hatte ich mal einen eigenen Schrebergarten. Die Anlage wurde aufgelöst, als dort eine Schnellstraße gebaut wurde. Zwölf Jahre stand ich auf der Warteliste, bis ich wieder einen bekam. In dieser Zeit habe ich einfach die Grünfläche vor unserem Wohnblock bepflanzt. Da hatte jeder et

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