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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2017
Glauben Männer anders?
Das schillernde Verhältnis von Männern zur Religion
Der Inhalt:

Wie wichtig ist Herkunft?

von Lena Renner vom 22.09.2017
VORGESPRÄCH: Fragen an Stefanie Stegmann zum Festival »Herkunftssache!« im Literaturhaus in Stuttgart

Publik-Forum: Frau Stegmann, Sie veranstalten im Literaturhaus Stuttgart ein Festival zum Thema »Herkunftssache!«. Was hat Sie dazu bewegt?

Stefanie Stegmann: Meine beiden Kolleginnen kommen aus der Ukraine und aus Serbien. Ich bin in einem Dorf in Ostwestfalen aufgewachsen, habe als Erste in meiner Familie studiert und leite inzwischen das Literaturhaus. Selbst erfahren habe ich also die Bedeutung der sozialen Herkunftsfrage; meine Kolleginnen sehen sich vor allem mit der kulturellen Frage konfrontiert. Bei dem Festival verbinden wir beides.

Welche Fragen stellen Sie dabei?

Stegmann: Wie wirkt sich die Herkunft im Leben eines Menschen aus? Wie durchlässig ist unsere Gesellschaft? Wie können wir trotz aller Unterschiede Gemeinschaft herstellen? Und wie geht die Literatur die Herkunftsfragen an?

Wie geschieht das denn bei dem Festival?

Stegmann: Es wird Lesungen, Vorträge, Gespräche und Podien geben. Zum Auftakt wird die Ausstellung »La Grieta – der Riss« eröffnet. Sie zeigt eine Comic-Fotoreportage, entstanden an den EU-Außengrenzen: Zwei Spanier waren dort unterwegs und sind dabei Flüchtenden und Grenzsoldaten begegnet.

Welche Referenten haben Sie eingeladen?

Stegmann: Zum Beispiel den französischen Soziologen Didier Eribon, der seine Herkunft aus den Banlieus in Reims lange verschwiegen hat. In seinem Bestseller »Rückkehr nach Reims« liefert er am Beispiel seiner eigenen Biografie gleichzeitig eine Analyse unserer Gesellschaft, die durchaus noch eine Klassengesellschaft ist.

Ein Projekt heißt »Das weiße Klingelschild«. Was hat es damit auf sich?

Stegmann: In Stuttgart verschwinden an den wohlhabenden Hanglagen der Stadt zunehmend die Namen an den Klingelschildern der Villen und Häuser. Diese weißen Klingelschilder haben wir zum Anlass einer literarischen Neubeschreibung genommen und Autoren gebeten, für das Festival literarische Herkunftsgeschichten zu erzählen. Entstanden ist eine kleine Broschüre, die begleitend zum Festival im Keicher Verlag publiziert wird.

Und was verbirgt sich hinter dem Jugendmodul »Familientausch«?

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