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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2017
Glauben Männer anders?
Das schillernde Verhältnis von Männern zur Religion
Der Inhalt:

Eingesperrt in der Plastikflasche

von Sara Mierzwa vom 22.09.2017
Die Zirkusgruppe »Compagnie Xir« bringt den Umweltschutz auf die Bühne

Im einem hellen Lichtkegel des Schattentheaters krabbelt ein Krebs, schwimmt ein Schwan und fliegt eine Taube. In ihrer Zirkusvorstellung will die junge Künstlergruppe Compagnie Xir das Publikum für Klimawandel, Umweltverschmutzung und Artensterben sensibilisieren – ohne erhobenen Zeigefinger.

Themen, die oft in komplizierten Vorträgen und komplexen Info-Grafiken daherkommen, werden von der Zirkusgruppe in Darmstadt mit Musik, Akrobatik und Humor auf die Bühne gebracht. »Musik berührt mich anders als ein Vortrag. Als ich im Schattentheater einen Menschen eingesperrt in einer Plastikflasche sah, hat sich das Thema Müll bei mir bildhaft festgesetzt«, sagt die Zuschauerin Maren Stindt. Plastiktüten und Süßigkeiten-Verpackungen wirft einer der Artisten auf die Bühne. Er holt sie aus einer Papiertasche. Dann steigt der Artist aufs Fahrrad. Es entsteht der Eindruck: Unser Verhalten ist oft widersprüchlich. Und Umweltschutz im Alltag umzusetzen fällt manchmal schwer.

Auch der Compagnie Xir ist der ursprüngliche Plan einer klimaneutralen Vorstellung bisher nicht gelungen. Der selbstgebaute Fahrradgenerator für die Beleuchtung gab just vor der Premiere seinen Geist auf. Die eigenen Ideale gegen die gesellschaftliche Mehrheitsmeinung durchzusetzen ist nicht so einfach. Das zeigt auch eine Szene in dem Zirkus-Stück, bei der eine einzelne Tänzerin aus der marschierenden Gruppe um sie herum auszubrechen versucht.

Die zwölf Künstlerinnen und Künstler, zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt, sind Artisten, Musiker und Schauspieler, aber auch Berufstätige und Studierende. Die meisten waren viele Jahre im »Zirkus Datterino« des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend in Darmstadt aktiv. Seit Oktober 2016 trifft sich die Gruppe regelmäßig und bereitet die Show mit dem Titel »Im Strom« vor.

Mit Cello, Klavier, Schlagzeug und Klarinette begleiten die Künstler auf der Bühne ihre Vorstellung. Sie klettern an einer Stange hoch, bauen Pyramiden, tanzen und singen. Das berührt die Zuschauer mehr als Worte. »Das Zusammenspiel von Fröhlichkeit und Tragik in vielen der Szenen hat mich betroffen gemacht. Durch die Musik bin ich für das Thema viel offener geworden«, sagt ein Zuschauer.

Zum Nachdenken anregen will die Gruppe nicht nur die Menschen in Darmstadt, wo die ersten Vorste

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