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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2016
Ein letztes Fest?
Der Protestantismus feiert die Reformation
Der Inhalt:

Leserbriefe

Gewalt gegen Tiere

Zu: »Schwester Kuh, Bruder Schwein«
(16/16, Seite 26-29)

Die Schöpfungsgeschichte am Anfang der Bibel legitimiert keine Gewaltanwendung gegenüber den Mitgeschöpfen. Man muss sie im Zusammenhang lesen: Der Mensch lebt vegan. »Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen zu eurer Speise« (1. Mose 1, 29). Selbst eine Konkurrenz um Nahrung gibt es nicht. Denn für die Tiere ist »alles grüne Kraut« vorgesehen. Mit dem Herrschaftsauftrag an den Menschen ist eine Friedensherrschaft intendiert (Jürgen Moltmann). Dem entspricht auch, dass Gott den Menschen zu seinem Bilde geschaffen hat. Es würde der Gottesebenbildlichkeit zutiefst widersprechen, wenn dem Menschen im nächsten Satz der Auftrag zu einer Schreckensherrschaft gegeben wird. Klaus-Henning Dageförde, Rinteln

Nein, nein, nein, so geht es nicht. Machen Sie die Metzger nicht zu Bruder- oder Schwestermördern. Da geht christliche Ethik viel zu weit! Wichtig ist die Tierhaltung, das ist das Problem. Und selbstverständlich soll man so wenig Fleisch wie möglich essen. Klaus Mengel, Mannheim

In dem betreffenden Artikel heißt es, es gäbe nur graduelle Unterschiede zwischen Mensch und Tier. Dem möchte ich vehement widersprechen. Nach Joachim Illies (Zoologieprofessor, 1925-1982) gibt es zwei völlig einzigartige neue Qualitäten beim Menschen, die auch nicht ansatzweise bei einem Tier anzutreffen sind: Religiosität und Schamgefühl (das heißt »Paarung«, also Sexualverkehr nicht in der Öffentlichkeit). Hermann-Josef Gall, Hochdorf

Ich war Tierärztin in einer Landpraxis in Unterfranken in den 1960er-Jahren. Hier ein Beispiel von der Sensibilität von Kühen: Zur TBC-Testimpfung kam ich in einen kleinen Betrieb. Der alte Bauer setzte sich in den Futtertrog und nahm den Kopf einer Kuh in den Arm, redete ihr beruhigend zu: »Liese, es ist nicht schlimm, die böse Tierärztin ist gleich fertig.« Da kam das Nachbartier und stupste den Bauern mit der Nase leicht an.

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