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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2012
Wer rettet den Euro vor seinen Rettern?
Europa am Scheideweg
Der Inhalt:

Rettungsring im Schuldenmeer

von Hildegard Willer vom 21.09.2012
Der Gegenwertfonds für Peru – eine Erfolgsgeschichte

Als der deutsch-peruanische Gegenwertfonds im Jahr 2003 ins Leben gerufen wurde, feierte die internationale Entschuldungsbewegung das als großen Erfolg. Schließlich hatte sie bereits Jahre zuvor gefordert, mit einem Teil der erlassenen Schulden in Peru einen Fonds mit zivilgesellschaftlicher Beteiligung zu bilden. Heute, knapp zehn Jahre später, gilt der Gegenwertfonds – Fondo Contravalor Perú-Alemania (FPA), wie er auf Spanisch heißt – als Vorzeigeinitiative.

»Viele Länder des Südens, auch Peru, bezahlten in den 1980er- und 1990er-Jahren ein Drittel oder mehr ihres Staatshaushaltes für den Schuldendienst«, sagt Jimi Merk, Geschäftsführer der Freiburger Informationsstelle Peru. Von den rund 700 Millionen DM Schulden, die Peru noch Anfang der 1990er-Jahre gegenüber der deutschen Bundesregierung hatte, stammten neunzig Prozent aus Entwicklungshilfe-Krediten.

Der Gegenwertfonds FPA, dessen Ziel es ist, die am meisten Benachteiligten in Peru zu unterstützen, geht auf das deutsch-peruanische Schuldenumwandlungsabkommen von 1997 zurück. Bei einer sogenannten Schuldenumwandlung erlässt Deutschland einem Schuldnerland öffentliche Schulden. Im Gegenzug verpflichtet sich das Land, einen Teilbetrag der Erlasssumme in nationaler Währung in einen Fonds zur Armutsbekämpfung einzubezahlen.

Jimi Merk betont allerdings, dass vor der Gründung des FPA 2003 ausnahmslos staatliche Projekte Nutznießer der Schuldenumwandlung in Peru waren: »So floss Geld aus einer deutsch-peruanischen Schuldenumwandlung in die Kasse des staatlichen Infrastrukturprogramms Focondes, den Präsident Fujimori für seinen Wahlkampf einsetzte.«

Um zu verhindern, dass nur Projekte gefördert werden, die sich am Eigeninteresse einzelner Politiker orientieren, weist der FPA eine besondere Organisationsstruktur auf: Die Anträge aus den Kommunen der ärmsten Provinzen Perus werden von einem Dreierkomitee geprüft, das sich aus je zwei Vertretern des deutschen und des peruanischen Staates sowie zwei Repräsentanten der Zivilgesellschaft Perus zusammensetzt.

In der ersten Phase des Fonds von 2003 bis 2008 wurden insgesamt 219 Projekte auf lokaler Ebene gefördert. Das DeutscheInstitut für Entwicklungspolitik bescheinigte den Pr

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