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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2011
Ingenieure des Lebens
Wohin führt die Synthetische Biologie?
Der Inhalt:

»Die klare Meinung zählt«

von Britta Baas vom 20.09.2011
Ein Event-Faktor reist durch Deutschland: Was unter 30-Jährige am Papst fasziniert. Fragen an Ursula Fehling

Frau Fehling, der Papst geht auf Deutschlandreise. Gehen Sie hin?

Ursula Fehling: Ja, natürlich gehe ich hin!

Warum?

Fehling: Als Vorsitzende des Dachverbands der großen katholischen Jugendverbände ist das ein »Muss«. Aber ich habe auch ein persönliches Interesse. Als engagierte Katholikin bin ich neugierig, was das Oberhaupt unserer Kirche auf seiner Reise durch Deutschland sagen und tun wird.

Sie sind neugierig? Es ist doch hinlänglich bekannt, welche Positionen Papst Benedikt in Fragen des Glaubens, der Kirchenstruktur und der Moral in der Gesellschaft vertritt. Denken Sie, dass er etwas Neues sagt?

Fehling: Natürlich erwarte ich keine Revolution. Dennoch: Deutschland ist die Heimat des Papstes – und die katholische Kirche ist in einer besonderen Situation. Es läuft der von den Bischöfen angestoßene Dialogprozess in der Kirche, von dem ich mir etwas erhoffe. Dann beschäftigt mich auch, dass es hier immer mehr Misstrauen, bisweilen eine extreme Distanz zur katholischen Kirche gibt – und auch Proteste, gerade gegen diesen Papstbesuch. Ich hoffe, dass Benedikt auf all diese Themen reagiert. Dass er eingeladen wurde, im Bundestag zu sprechen, finde ich sehr gut.

Der Papst sprach dort als Staatsoberhaupt des Vatikans, der bis heute die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nicht anerkennt. Viele Abgeordnete verweigerten sich deshalb der Papstrede.

Fehling: Als Katholikin finde ich es super, dass er eingeladen wurde. Es haben ja auch alle Fraktionen einmal zugestimmt. Es ist nicht so, dass die Rede vom Himmel gefallen wäre. Gleichzeitig ist es in Ordnung, dass einzelne Abgeordnete nicht hingingen, weil sie das nicht akzeptieren konnten.

Das klingt, als ob eigentlich alles in Ordnung sei: Benedikt, der Protest gegen ihn – und die Gleichgültigen. Denkt Ihre Generation so?

Fehling:Es gibt »die« junge Generation ja so nicht. Junge Katholikinnen und Katholiken sind sehr verschieden; das hat unter anderem die Sinus-Milieustudie für die »U27« gezeigt, die wir zusammen mit Misereor herausgegeben haben. Das heißt: Der Papstbesuch ist für manche das absolute, unhinterfragte Highl

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