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Als der Krieg der Europäer eine bunte Stadt in Nordafrika erreichte

von Claudia Mende vom 06.09.2019
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Roman. Sizilien an einem sonnigen Herbsttag. Die deutsche Archäologin Nina ist nach ihrer Scheidung in einer Lebenskrise, als sie zufällig mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert wird. Denn Großvater Moritz, Kameramann bei der Propagandaeinheit der Wehrmacht 1942 in Tunesien, gilt seit Kriegsende als verschollen, vermutlich bei einem Flugzeugabsturz getötet, sein Leichnam wurde aber nie gefunden. Nun soll das Flugzeugwrack gehoben werden. Die Geschichte entwickelt sich dann aber überraschend anders: Die mysteriöse Joelle taucht auf und behauptet, Moritz sei ihr Vater und habe den Krieg überlebt. Das ist der Startpunkt für einen spannend erzählten Roman, in dessen Mittelpunkt die Liebesgeschichte zwischen dem deutschen Soldaten Moritz und dem jüdischen Zimmermädchen Yasmina steht, die sich im Grand Hotel Majestic in Tunis begegnen. Daniel Speck hat eine gut recherchierte Geschichte über ein wenig bekanntes Kapitel der deutschen Nazizeit geschrieben und erzählt sie aus der Perspektive der Juden von Tunis. Sie leben in Piccola Sicilia, dem bunten, multikulturellen Hafenviertel von Tunis, zusammen mit Christen und Muslimen. Vor dem Zweiten Weltkrieg war dieses multireligiöse Zusammenleben im Mittelmeerraum nicht immer konfliktfrei, aber etwas ganz Normales. Es tut in diesen Zeiten gut, sich daran zu erinnern – und an die wahre Geschichte eines Wehrmachtsoffiziers, der während der tunesischen Besetzung fünf Juden gerettet hat. Unbedingt lesen.

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