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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2019
Höhenglück
Warum uns die Alpen so faszinieren
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 06.09.2019

Heinz Bude
Solidarität
Hanser. 176 Seiten. 19 €

Solidarität ist ein großes Wort, eine Lehrformel und eine Leerformel zugleich. Der Kasseler Soziologe Heinz Bude, einer der wohl bedeutendsten Intellektuellen Deutschlands, nimmt sich des schillernden Begriffes an und will ihn aufwerten. Er kritisiert diejenigen, die, besorgt um sich, unter dem Rubrum deutscher Solidarität damit andere ausgrenzen. Wer Solidarität übt, müsse Abstriche an den eigenen Interessen machen – ohne Dank zu erwarten. Keineswegs darauf fixiert, mithilfe von Solidarität ökonomische Spaltung zu beheben, richtet sich der Verfasser an den Einzelnen, etwa im beeindruckenden Kapitel »Achtsamkeit und Zuneigung«, das auch Bezug auf die christliche Liebesethik nimmt. Allerdings bestehe die Gefahr, dass der »Seelenfrieden« über die »Herzensgüte« siegt. Eine stärkere Anreicherung mit Beispielen hätte dem mitunter etwas stark begriffsgeschichtlichen Essay gutgetan. Eckhard Jesse

Anselm Grün/
Nikolaus Schneider
Vertrauen
Vier-Türme. 156 Seiten. 19 €

Der Benediktinerpater Anselm Grün und der evangelische Theologe Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, behandeln in ihrem Buch drei Dimensionen des Vertrauens: das Selbstvertrauen, das Vertrauen in andere Menschen und das Gottvertrauen. Grün erzählt von Menschen, die unter Schuldgefühlen leiden und sich selbst permanent infrage stellen. Er gibt Anregungen, wie es gelingen kann, zu sich selbst zu stehen, sich selbst zu lieben und nach Enttäuschungen wieder offen zu sein. Für ihn kann vor allem durch Selbsterkenntnis, Abschied von Illusionen und Vergebung gegenseitiges Vertrauen wachsen. Schneider zeigt, wie sich sein Gottvertrauen, Selbstvertrauen und Vertrauen in andere beeinflussen. Zugleich schreibt er von eigenen Enttäuschungen und benennt die Zerbrechlichkeit und Widersprüchlichkeit allen Hoffens. Beide Autoren lassen Zweifel zu und sprechen von einem widerständigen und »Dennoch-Vertrauen«. »Werft eure Zuversicht nicht weg« – ein Zitat aus dem Hebräerbrief ermutigt, wie weitere biblische Texte, immer wieder, neu Vertrauen zu wagen. Marianne Hällmayer

Paul M. Zulehner
Naht das Ende des

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