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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2018
Angst
In der Gesellschaft rumort es: Ein Gefühl wird politisch
Der Inhalt:

Magischer Unterwassertraum

DVD. 1963, mitten im Kalten Krieg: Die schüchterne Elisa arbeitet als Reinigungskraft in einem geheimen Regierungslaboratorium. Sie ist stumm; mit ihren Freunden, ihrer schwarzen Kollegin Zelda und ihrem schwulen Nachbarn Giles kommuniziert sie mittels Gebärdensprache. Eines Tages wird ein Tank mit einer schuppigen Kreatur in das Laboratorium geschafft. Es handelt sich um ein aus dem Amazonas gezerrtes Amphibienmonster (gespielt von Doug Jones). Was genau man mit diesem in seiner Heimat als Gott verehrten Wasserwesen anstellen könnte, wissen die Forscher noch nicht. Vielleicht lässt es sich im Kampf gegen die Sowjets verwenden. Einstweilen vergnügt sich Elisas sadistischer Vorgesetzter damit, die Kreatur mit Stromschlägen zu quälen. Elisa (Sally Hawkins) freundet sich jedoch heimlich mit dem Fisch-Mann an, füttert ihn mit Eiern, lehrt ihn Zeichensprache und spielt ihm ihre Lieblingsschallplatten vor …

Wie weit diese Seelenverwandtschaft ausgelebt wird, soll hier nicht verraten werden. Dieser verblüffende Film, der für 13 Oscars nominiert und mit vier Oscars in den Hauptkategorien ausgezeichnet wurde, ist unübersehbar inspiriert von dem drolligen Monster-Film »Der Schrecken des Amazonas« aus den 1950er-Jahren. Doch das facettenreiche Werk des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro lässt sich in keine Schublade stecken: Fantasyfilm? Romantisches Monsterdrama? Nachkriegsmärchen, in dem die Solidarität der Schwachen beschworen wird? Nostalgieselige Kintopp-Hommage?

Statt darüber nachzugrübeln, sollte man sich dem Sog der fantasievollen Bilder hingeben, in denen Angst und Begehren visuell fassbar gemacht werden. In einer surrealen Unterwasseratmosphäre werden die Verhä