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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2018
Angst
In der Gesellschaft rumort es: Ein Gefühl wird politisch
Der Inhalt:

Hier toben hörbar Wut und Verzweiflung

Opernarien. Startenor Juan Diego Flórez hat im Laufe seiner Karriere noch keine einzige Mozart-Partie auf der Bühne verkörpert – es hatte sich neben all seinen schon legendären Interpretationen von Rossini-, Donizetti- und Bellini-Rollen einfach nicht ergeben. Unter dem schlichten Titel »Mozart« hat er nun ein Album herausgegeben, dass sich hören lassen kann: Mit all seiner Erfahrung im Belcanto-Repertoire stellt sich der Sänger den technischen Hürden Mozarts mit immenser Souveränität. Von schnellen Koloraturen bis zur schlichten, innigen Phrase beherrscht Flórez seine Stimme mit traumwandlerischer Sicherheit. So klingt sein Mozart-Gesang durchdacht, verinnerlicht und zugleich ungemein leidenschaftlich.

Das eröffnende »Fuor del mar« aus »Idomeneo« ist eine wirklich packende Einladung zu dieser Komponisten-Hommage. Hier toben hörbar Wut und Verzweiflung in der Brust des heimgekehrten Kriegshelden. Doch der Sänger bezieht diesen Effekt nicht aus heldischem, lautstarkem Gebaren, sondern aus der Phrasierung und der raffinierten Färbung. Dabei bleibt sein Tenor stets schlank geführt und flexibel und im Klang dennoch markant und kämpferisch. An diesem überzeugenden Zugriff hat auch das Orchestra La Scintilla unter Riccardo Minasi mit seinem lebendigen Originalklang erheblichen Anteil. Schroffe Akzente, schwebende Linien und perlende Läufe lassen immer wieder aufhorchen, wobei diese Effekte nie zum Selbstzweck werden, sondern die Emotionalität des szenischen Moments stützen. Natürlich dürfen in dieser Zusammenstellung auch die großen »Schlager« aus »Don Giovanni«, »Die Entführung aus dem Serail« und der »Zauberflöte« nicht fehlen. In Ferrandos »Un’aura amorosa« aus »Così fan tutte« scheint die Zeit s