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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2018
Angst
In der Gesellschaft rumort es: Ein Gefühl wird politisch
Der Inhalt:

Die Erwerbsarbeit radikal neu gestalten

von Wolfgang Kessler vom 07.09.2018
Sozialethischer Arbeitskreis Kirchen und Gewerkschaften wendet sich gegen das Grundeinkommen

In einem Punkt sind sich Sozialethiker wie Hans Ruh und die Mitglieder des Sozialethischen Arbeitskreises Kirchen und Gewerkschaften einig: Durch die Digitalisierung wird sich die Arbeitswelt grundlegend verändern. Doch die Antworten, die sie auf diese Anfrage geben, sind höchst unterschiedlich: Während Hans Ruh für ein bedingungsloses Grundeinkommen plädiert, lehnen die Mitglieder des Sozialethischen Arbeitskreises Kirchen und Gewerkschaften dieses Konzept radikal ab. In diesem Arbeitskreis diskutieren Sozialethiker wie Friedhelm Hengsbach oder Heiner Ludwig, Betriebsseelsorger wie Paul Schobel und Gewerkschafter wie Hiltrud Broockmann (Ver.di) oder Gregor Calligari (IG Metall).

In einem vierzigseitigen »Zwischenruf« fordert der Sozialethische Arbeitskreis »eine radikal reformierte Arbeitsgesellschaft«, in der die Erwerbsarbeit im Mittelpunkt steht. Ohne dies zu sagen, orientiert sich dieser Zwischenruf an den Sozialenzykliken verschiedener Päpste. Sie beschreiben die Erwerbsarbeit als zentralen Anker für die Selbstentfaltung des einzelnen Menschen und seine Integration in die Gesellschaft. Dagegen widerspreche »ein bedingungsloses Grundeinkommen«, so der Arbeitskreis, »ethisch dem menschlichen Grundbedürfnis, Leistung zu erbringen und dafür entlohnt und anerkannt zu werden. Die Empfänger von leistungslosem Einkommen werden sich immer als Bittsteller gegenüber dem Staat empfinden müssen.«

Andererseits leugnet der Sozialethische Arbeitskreis nicht, dass das Normalarbeitsverhältnis und die Normalarbeitszeit durch Digitalisierung, Globalisierung, Demografie und Migration an Bedeutung verlieren werden. Gefährlich zunehmen dürften stattdessen befristete Arbeitsverhältnisse, prekäre Beschäftigung, ausbeuterische Werkverträge und völlig ungesicherte »crowdworker«, die Zuarbeiten im Internet leisten. Das Normalarbeitsverhältnis droht zur Ausnahme für unersetzbare Spezialisten und Fachkräfte zu werden. Dies will der Sozialethische Arbeitskreis durch Reformschritte hin zu einer neuen Arbeitsgesellschaft verhindern:

So sollen auch künftig möglichst viele Arbeitsverhältnisse unbefristet und sozial abgesichert werden – »das erfordert engagierte gewerkschaftliche Kämpfe«.

Eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf durchschnittlich dreißig Stunden soll

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