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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2018
Angst
In der Gesellschaft rumort es: Ein Gefühl wird politisch
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Thomas Chorherr
Requiem für die Krawatte
Residenz. 176 Seiten. 20 €

Welche Sprachcodes, Dresscodes, Umgangsformen signalisieren die Zugehörigkeit zum (Groß-)Bürgertum, welche machen den Kleinbürger, den Spießer aus? Warum ist das so – und wer legt dafür die Spielregeln fest? Diese Fragen stellt in einer gebildet und amüsant komponierten Schrift jemand, der es noch wissen kann. Weil er nämlich aus Zeiten zu berichten weiß, in denen die europäische »Entbürgerlichung des Bürgerlichen« zum Bedauern des Autors (Jahrgang 1932) begann. Spannend ist, welche Facetten dem Leser als vermeintlicher Ausweis des Bürgerlichen präsentiert werden, welche Stil-, Verhaltens-, Wohn- und Lebensformen kontrastierend gegenübergestellt werden und welche kulturhistorischen Entwicklungen vornehmlich in Europa das Bürgerliche haben entstehen lassen. Dabei wird viel über die komplexe Gesellschaft in Wien berichtet, aber auch England, Frankreich und Deutschland geraten in den Blick. Die Lektüre ist ein leidenschaftliches wie ironisches Plädoyer für eine Re-Verbürgerlichung, die längst begonnen, alle Schichten und Milieus erreicht und in jedem »Lager« mehr Zweifel als Gewissheit offenbart hat. Aber der Autor hilft dabei, sich über das Gestern wie das Heute zu orientieren. Karl Düsseldorff

Ulrich Riegel
Wie Religion in Zukunft unterrichten?
Kohlhammer. 224 Seiten. 29 €

Die veränderte religiöse Landschaft und die Tatsache, dass immer weniger Heranwachsende eine konfessionelle Zugehörigkeit aufweisen, bedeuten für die Existenz des Religionsunterrichts als obligatorischem Fach an den Schulen eine enorme Herausforderung. Vor allem in seiner herkömmlichen konfessionellen Verfassung wird er immer fragiler, wie nicht zuletzt seine Aufkündigung in vielen Ländern zeigt. Allerdings ist sein Ersatz durch eine Religionskunde nicht unproblematisch, vor allem weil sie der Eigenlogik von Religion nicht gerecht wird. Als gangbare zukunftsträchtige Lösung entwickelt Ulrich Riegel, katholischer Religionspädagoge an der Universität Siegen, in Anknüpfung an und in Auseinandersetzung mit verschiedenen Modellen des Religionsunterrichts das Modell eines »religions-kooperativen Religionsunterrichts in konfessorisch-dialogischer Perspektive«. Wem daran gelegen ist, dass Reli

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