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»Wir wollen keine Sandkastendemokratie«

An der Freien Schule Kapriole in Freiburg wird ein radikales Demokratieverständnis gelebt. Schon die Sechsjährigen lernen, Dinge auszuhandeln und gemeinsam zu entscheiden – und ohne Vorgaben von außen zu lernen
von Anita Rüffer vom 09.09.2016
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Der Raum heißt »Kläranlage«. Geklärt werden dort Konflikte, die im Alltag der Freien Schule Kapriole in Freiburg entstehen. An diesem Vormittag geht es um ein Gerangel zwischen zwei Jungen und zwei Mädchen um einen Ball samt Beleidigungen, Stinkefinger und einem zerbrochenen Haarreif. Zwei Lehrerinnen sitzen dabei und führen Protokoll. Herr des Verfahrens aber ist Laurin. Der Zehnjährige hat gerade eine mehrmonatige Streitschlichterausbildung hinter sich. Er zeigt keinerlei Emotionen, als Claudio aus der Haut fährt und Murat provozierend seine Füße auf den Tisch legt. Mit richterlicher Autorität spricht Laurin eine »Verwarnung« aus. Er hört sich die unterschiedlichen Versionen an, die die Parteien über den Ablauf des Geschehens vorbringen, mahnt sie, einander ausreden zu lassen und zuzuhören, und »würde dann gerne zur Lösungssuche schreiten«. Kein Erwachsener mischt sich ein. Am Ende ist der Konflikt mit einer Entschuldigung der beiden Jungs bei Sirrah und Kayla beigelegt.

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