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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2016
In eurer Welt kann ich nicht sein
Warum Liah vor ihrer Familie flieht
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 09.09.2016

Carmen Butta, deutsch-italienische Regisseurin, die vor Kurzem einen Dokumentarfilm über Frauen in Saudi-Arabien gedreht hat, sprach im »Deutschlandfunk« über ihre Erfahrungen mit ihren verschleierten Interviewpartnerinnen. Der Gesichtsschleier »ist selbstverständlich ein Symptom der Unterdrückung der Frauen ... Aber eher ein Symptom. Die Unterdrückung findet auf ganz anderen Ebenen statt.« Die Frauen leiden nicht zuerst unter dem Schleier, sondern unter dem Patriarchat, der männlichen Dominanz, so wie sie sich in der rechtlichen Vormundschaft des Ehemanns, des Vaters, des Bruders, sogar des eigenen Sohnes zeige. »Es gibt eklatante Beispiele von Frauen, die vom eigenen Sohn die Genehmigung zum Verreisen brauchen.« Die Debatte um den Schleier empfinde sie daher als scheinheilig.

Rainer Maria Woelki, Kardinal von Köln, hat den verpflichtenden Zölibat für Priester in der katholischen Kirche verteidigt. Die Ehelosigkeit sei ein »widerständiges und scheinbar unzeitgemäßes Zeichen der Liebe Gottes«. Er stellte sich damit gegen Thomas Sternberg, den Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, aber auch gegen den Brüsseler Erzbischof Jozef De Kesel. Dieser hatte mit Blick auf die katholischen Ostkirchen gefordert, dass auch Menschen, für die eine Zölibatsverpflichtung unmöglich sei, die Chance erhalten sollten, Priester zu werden. Die mit Rom verbundenen Ostkirchen weihen verheiratete Männer zu Priestern.

Matthias Thöns, Palliativmediziner in Hamburg, hält es für einen Skandal, dass Ärzte am Sterben viel verdienen können. Schuld daran seien die Verflechtung mit der Pharmaindustrie, aber auch niedere Motive wie Gier. »Die Pharmaindustrie hat den geschickten Schachzug gemacht, dass sie uns Ärzte quasi am Umsatz beteiligt. Wenn man bestimmte teure Medikamente verschreibt, ist der Patient oft Teilnehmer einer Studie der Firma.« Auch Magensonden und Chemotherapien für austherapierte Patienten seien ein lukratives Geschäft, obwohl sie die Lebenserwartung kaum erhöhten. Diese Geschäftemacherei am Lebensende sei unmoralisch.

Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der

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