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Aufgefallen
Der rebellische Richter

Jan-Robert von Renesse will Holocaust-Überlebenden Renten zuerkennen – und wird dafür in Nordrhein-Westfalen selber angeklagt
von Barbara Tambour vom 09.09.2016
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An seinen ersten Getto-Renten-Fall erinnert sich Richter Jan-Robert von Renesse noch ganz genau: Es ging um eine alte Frau, Witwe, spät nach Israel ausgesiedelt, mit einer ganz kleinen Rente. IHrer Akte lagen handgeschriebene Briefe auf Russisch bei. Sie und ihr Mann hätten im Getto gehungert, Deutschland möge etwas für sie tun. Das war im Juli 2006. Vier Jahre zuvor hatte der Deutsche Bundestag ein Gesetz verabschiedet, durch das Holocaust-Überlebende, die in einem Getto gearbeitet hatten, eine Arbeitsrente erhalten sollten. Etwa 88 000 Anträge gingen ein. Die allermeisten wurden von der Rentenversicherung abgelehnt. Einige Überlebende klagten dagegen – und ihre Fälle landeten bei von Renesse, Richter am Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen in Essen.

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