Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2015
Höchste Zeit
Klimakrise: Die Politik, der Papst und die Menschheit. Worauf es jetzt ankommt
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 11.09.2015

Herta Müller, in Rumänien aufgewachsene Schriftstellerin, hat den osteuropäischen Völkern vorgeworfen, sich hartherzig gegen Flüchtlinge zu zeigen und dabei ihre eigene leidvolle Vergangenheit zu vergessen. Länder, aus denen jahrzehntelang Menschen geflohen sind, müssten eigentlich besonders sensibel für Flüchtlinge sein, meint die Literaturnobelpreisträgerin. »Aber heute tun diese Länder so, als hätten sie mit Flucht noch nie etwas zu tun gehabt. Die nationalistischen Haltungen seien auch eine Spätfolge des Kommunismus. »Durch die Abschottung hat er ein gespenstisches negatives Nationalgefühl produziert, einen aggressiven Heimatbesitz.« In Ungarn hat Miklos Beer, katholischer Bischof von Vac, das Schweigen seiner Kirche angesichts des neuen ungarischen Grenzzaunes bedauert. »Das tut mir weh, und ich schäme mich dafür. Wir reagieren viel zu langsam.« Sein evangelischer Amtskollege Tama Fabiny von Budapest sagte, Ungarns Regierung erwarte von den Kirchen »bedingungslose Treue«. Weil die Kirchen von staatlichen Fördergeldern abhingen, sei dies umso leichter durchzusetzen.

Tino Seghal, international bekannter Performance-Künstler, sieht viele Kunstwerke der Gegenwart als Ausfluss einer Überflussgesellschaft, »da sie nicht einmal einen Gebrauchswert behaupten«. Er kritisiert, dass immer weniger Menschen Dinge herstellen, »die wir wirklich brauchen«. Umgekehrt brauche es »immer mehr Marketing, um weitere Bedürfnisse zu erzeugen«.

Charles Chaput, katholischer Erzbischof von Philadelphia, hat dem republikanischen Präsidentschaftsanwärter und Multimillionär Donald Trump vorgeworfen, bei der Einwanderungsdebatte mit den »schlimmsten Ängsten und Ressentiments« zu spielen. Sein Vorschlag, das Geburtsortprinzip bei der Vergabe der Staatsbürgerschaft abzuschaffen, sei eine »abgrundtief schlechte Idee«. Nach geltendem Recht erhalten alle Neugeborenen in den Vereinigten Staaten automatisch die US-Staatsbürgerschaft, auch wenn sich ihre Eltern illegal im Land aufhalten.

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen