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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2013
Schutzschirm der Seele
Was uns die Kraft gibt, immer wieder aufzustehen
Der Inhalt:

»Helfen, wo wir können«

von Thomas Seiterich vom 13.09.2013
Was tun in Syrien? Nur zuschauen oder eingreifen, aber wie? Fragen an den Gründer der Grünhelme, Rupert Neudeck

Drei Freiwillige von den Grünhelmen waren monatelang im syrischen Bürgerkrieg verschleppt. Nach 110 Tagen Geiselhaft hat nun auch der Dritte heute fliehen können.

Rupert Neudeck: Dies ist der schönste Tag meines humanitären Lebens, das am 9. August 1979 begann, als unser Schiff Cap Anamur auslief mit dem Ziel, Bootsflüchtlinge aus Vietnam zu retten. Die Entführung, das waren dreieinhalb Monate unter ungeheurer Belastung. Die entführten Spezialisten wollten nichts anderes, als den Syrern Schulen und Hospitäler wieder instand zu setzen. Die Sorge, unsere Helfer in Lebensgefahr zu wissen, war für meine Frau und mich kaum auszuhalten. Auch die Tatsache, dass alle drei sich aus eigener Kraft befreien konnten, macht mich glücklich.

Wer waren die Entführer?

Neudeck: Keine Syrer. Die waren froh über den Hilfseinsatz. Die Entführer waren ausländische Kämpfer, die von Islamisten in den Golfmonarchien finanziert werden.

Was macht man als Leiter eines Hilfswerkes, dessen Mitarbeiter entführt wurden?

Neudeck: Wir Deutschen sind in der wirklich glücklichen Lage, in einem Land zu leben, dessen Regierung sich um das Schicksal entführter Bürger äußerst intensiv kümmert. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes, das BKA – diese Menschen haben sich mit großem Einsatz bemüht. Viele Mitglieder des Parlaments und der Bundesregierung selbst halfen mit; man erfährt da sehr viel von der Lebendigkeit unserer Gesellschaft, viel Solidarität und Mitgefühl. Das alles hat geholfen, damit die Entführung gut ausging.

Was machen die Grünhelme in Syrien?

Neudeck: Wir gingen ins Land, sobald es möglich war. Dieser Moment kam im August letzten Jahres. Wir halfen dann verschiedenen Städten, haben zuletzt in Harem einen großen Kindergarten wieder aufgebaut. Dort wollten wir anschließend das Hospital wieder in Gang setzen. Bei der Frage des Risikos denken wir zunächst an die Sicherheit derer, mit denen und für die wir uns vor Ort einsetzen – sie sind stets viel weniger gesichert als unsere Helfer.

Wie häufig waren Sie selbst in Syrien?

Neudeck: Acht Mal seit August 2012, um unsere Hilfsprojekte zu begleiten.

Was würde d

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