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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2019
Attacke von rechts
Wie die AfD im Osten die Kirche spaltet
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 23.08.2019

Anne Meier-Credner, Psychologin an der Universität Braunschweig und Sprecherin des Vereins Spenderkinder, fordert mehr Rechte für Kinder, die durch fremde Samen- oder Eizellen-Spenden gezeugt oder in einer Leihmutterschaft ausgetragen wurden. Sie bräuchten das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung. Ferner sollten sie wie alle anderen die Möglichkeit haben, eine Vaterschaft anzufechten, wenn der rechtliche Vater nicht der genetische ist. Die derzeitigen Gesetze bedienten einseitig die Interessen der Wunscheltern. Daneben, so Meier-Credner, gebe es eine Reihe psychologischer Probleme: Keimzellen könne man »zwar abgeben, aber nicht die Verbindung zu dem Menschen, der daraus entsteht«. Für die so entstandenen Kinder könne es verletzend sein, wenn ein Elternteil nur »Spender« sein wolle, aber kein Interesse am Kind als Person habe. Besonders problematisch sieht Meier-Credner die Leihmutterschaft. Es bestehe unter Psychologen Konsens darüber, dass »eine willkürliche Trennung eines Säuglings von seiner engsten Vertrauten, die er an Geruch und Stimme von anderen unterscheiden kann, extrem belastend ist«. Es sei fraglich, ob diese Praxis zu rechtfertigen sei, »damit sich Erwachsene einen Wunsch erfüllen können«. Die FDP hatte jüngst die Legalisierung der Leihmutterschaft gefordert.

Bodo Ramelow, Ministerpräsident in Thüringen (Linke), ist überzeugt davon, dass das Unrecht des SED-Regimes noch lange nicht aufgearbeitet ist. »Viele haben erst jetzt ihre Sprache wiedergefunden oder können sich anderen anvertrauen und ihr Schicksal schildern«, sagte er bei der Premiere eines Films zum Schicksal des 1981 in Stasi-Haft ums Leben gekommenen Matthias Domaschk. Es sei Aufgabe der Politik, den Opfern »zuzuhören, ihre Anliegen ernst zu nehmen und sie zu unterstützen«.

Zuleika Hassan, Abgeordnete aus Kenia, sorgte im Parlament in Nairobi für Wirbel, als sie dort mit ihrem Baby erschien. Sie wollte ausnahmsweise mit ihrer Tochter an der Sitzung teilnehmen, weil sie keinen Babysitter habe finden können. Als die Politikerin des Saals verwiesen wurde, schlossen sich ihr aus Empörung mehrere Frauen an. Laut Gesetz hätte das Parlament schon 2013 eine Kindertagesstätte bekommen sollen.

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