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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2019
Attacke von rechts
Wie die AfD im Osten die Kirche spaltet
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 23.08.2019

Georges Bensoussan
Die Juden der arabischen Welt
Hentrich & Hentrich. 192 Seiten. 19,90 €

Die 2017 in Französisch erschienene Originalausgabe des Kulturhistorikers Bensoussan erregte großes Aufsehen. Seine jüdische Familie wanderte von Marokko nach Frankreich aus. Das Zusammenleben und die Konflikte zwischen Juden und Muslimen ist Gegenstand seiner Forschung. Seine These: »Die Geschichte der Juden in der arabischen Welt war bislang Gegenstand einer massiven Verleugnung.« Zwar gebe es zahlreiche Legenden einer friedlichen Koexistenz im mittelalterlichen Spanien. Diese gründe allerdings meist auf der wirtschaftlichen Ausbeutung der unter den Schutz der muslimischen Herrscher gestellten Juden. Der in Nordafrika über Jahrhunderte bestehende Antijudaismus wurde durch die Eroberung der europäischen Kolonialmächte noch verstärkt. Wenn auch zwischen religiös motiviertem Antijudaismus und politischem Antisemitismus besser unterschieden werden müsste, so klärt dieses Buch doch historisch belegt auf. Wolfgang Pauly

Werner Onken
Silvio Gesell in der Münchener Räterepublik
Religion & Kultur. 110 Seiten. 16 €

Als Kritiker des herrschenden Geldsystems erinnert der Oldenburger Ökonom Werner Onken an den Gründervater der sogenannten Freigeldlehre, den Kaufmann Silvio Gesell. Das Buch konzentriert sich auf eine Episode im Leben Gesells: nämlich auf seine Tätigkeit als Volksbeauftragter für das Finanzwesen während der Münchner Räterepublik vor hundert Jahren. Onken schildert den Traum Gesells von einer Gesellschaft, in der das Geld fließt, weil Sparen mit einer Gebühr belegt wird – und in der der Boden der Spekulation entzogen wird. Er beschreibt aber auch, dass Gesell bei allem Engagement auch Gelassenheit und Humor nicht fremd waren. Es spricht für Onken, dass er auch den tragischen Teil der Geschichte von Gesells Ideen nicht verschweigt: Sie wurden von Mitstreitern für den Kampf gegen die »jüdische Zinsknechtschaft« missbraucht. Erst Jahre später setzten sich Ökonomen wie John Maynard Keynes mit Gesell auseinander. Angesichts des gegenwärtigen Chaos an den Finanzmärkten und der Bodenspekulation wäre eine kritische Diskussion seiner Thesen auch heute sicher angebracht. Wolfgang Kessler

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