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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Hitze-Schock
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen
Der Inhalt:

Leuchtende Zeichen der Versöhnung

Ein Bildband dokumentiert die farbenfrohen Glasfenster, die der Maler Imi Knoebel für die Kathedrale von Reims schuf

Eigentlich hat Imi Knoebel mit Religion nicht viel im Sinn – und Auftragskunst war noch nie Sache des abstrakten Malers. Als 2011 eine französische Delegation in Düsseldorf auftauchte, um bei ihm Fenster für das 800-jährige Jubiläum der Kathedrale von Reims zu bestellen, lehnte Knoebel denn auch zunächst ab. Der Kirchenbau gilt als ein Höhepunkt der französischen Gotik und ist eine Art Nationalheiligtum des Landes: Seit dem 11. Jahrhundert wurden hier die französischen Könige gekrönt, darunter auch Karl VII., wie es Jeanne d’Arc prophezeit hatte. Als deutsche Truppen im September 1914 die geschichtsträchtige Kathedrale zerstörten, wurde das nicht nur in Frankreich als Akt der Barbarei empfunden. Insofern war der Auftrag für den deutschen Maler und Beuysschüler ein ungewöhnliches Zeichen der französischen Versöhnungsbereitschaft. Knoebels Frau gelang es dann, den Künstler umzustimmen: Sie erinnerte ihn an seine Serie »Messerschnitte« in den Farben Blau, Gelb und Rot, die Knoebel in den 1970er-Jahren geschaffen hatte. Ausgehend von diesen Kompositionen entwarf er sechs farbige Fenster. 2015 schenkte die Bundesrepublik Deutschland der französischen Republik drei weitere Glasfenster des Künstlers für eine Seitenkapelle der Kathedrale. Knoebels abstrakte Bilder aus 27 bunten Farbsplittern bilden einen faszinierenden Kontrast zu den gotischen Formen. So intensiv strahlen die Glasflächen, dass ein Kritiker schrieb: »Diese Fenster leuchten auch dann noch, wenn draußen Nacht ist.« Nachvollziehbar macht das ein aufwendiger Bildband, der den gesamten Entwicklungsprozess dokumentiert – von den ersten Entwürfen der Fenster bis zu ihrer überwältigenden Wirkung in der Kathedrale.

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