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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Hitze-Schock
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen
Der Inhalt:

Spiritprotokoll: Was von innen aufsteigt

von Gunhild Seyfert vom 24.08.2018
Seelenlandschaft: Wenn ich mich ganz dem Fühlen und Begreifen überlasse, lässt die Arbeit am Tonfeld meine innere Quelle fließen

Die Erde ist grau, glatt und feucht. Ausgestrichen in einer großen flachen Holzkiste liegt feine Tonerde vor mir auf dem Tisch. Ich schließe die Augen und lasse meine Hände langsam in die kühle Erde greifen. An der anderen Seite des Tisches sitzt meine Begleiterin. Ich bin bereit für die Arbeit am Tonfeld.

In meinem Leben stehe ich gerade vor einem neuen Abschnitt. Meine Kinder sind erwachsen und ausgezogen. Wie will ich jetzt mein Leben gestalten? Womit will ich es füllen? Was will ich lassen? Hier am Tonfeld werden solche Fragen nicht lange besprochen. Es geht vielmehr um das, was von innen aufsteigt und sich selber formen will. Der Ton fühlt sich fest an und gibt doch nach unter der Kraft meiner Hände. Ich knete und quetsche mit geschlossenen Augen, fast so, als könnten sie die Erde zerdrücken.

Meine Begleiterin heißt Gisela Meinecke, sie trägt ihre grauen Haare kurz und frech und schaut mich freundlich an. »Während dieser Stunde gehe ich ein kleines Stück Weg mit dir«, sagt sie. Während ich meine Augen geschlossen halte und den Ton bearbeite, wird sie auf meine Hände schauen, auf mein Gesicht und alles, was unter meinen Händen entsteht. Die 64-Jährige lebt im niedersächsischen Klosterort Wienhausen bei Celle und ist ausgebildet in Initiatischer Therapie. Sie leitet auch zur Meditation mit dem Herzensgebet an und arbeitet seit über zehn Jahren mit dem Tonfeld. Bei der Arbeit am Tonfeld wird die Haptik, die Wahrnehmung durch Tasten und Greifen, angesprochen. Dieser spirituell-therapeutische Weg wurde vor über vierzig Jahren von Heinz Deuser erfunden. Er war damals Mitarbeiter von Karlfried Graf Dürckheim und Maria Hippius, den Begründern der Initiatischen Therapie in der Meditations- und Begegnungsstätte Todtmoos-Rütte im Schwarzwald. Seitdem entwickelte Deuser diese Arbeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene kontinuierlich weiter.

Wonach ist den Händen zumute? Plötzlich erinnere ich mich an das Matschen in meiner Kindheit. Eine Lust am Schaffen kommt auf. Ich habe Lust und Kraft, das ganze Feld umzupflügen. Keinen Winkel im Holzkasten lasse ich aus. Neben dem Kasten steht eine Schüssel mit Wasser. Wasser macht den Ton geschmeidiger, so kann ich ihn noch besser formen. Die Erde schmatzt dabei.

Plötzlich höre ich mich reden. Mit geschlossenen Augen erzähle ich meiner Begleiterin, wie ich als kleines Kind alleine rausging aus dem Haus,

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