In Irland hat der Papst kein Heimspiel mehr
Ein Samstagabend in Dublin: Die Katholiken haben sich in ihrer Kirche zur Messe versammelt – aber der Pfarrer taucht nicht auf. Der Vertretungsplan ist offenbar fehlerhaft. Doch bevor die Gemeinde wieder auseinanderströmen muss, steigt Josepha Madigan die Altarstufen herauf, die irische Kulturministerin, die zur Gemeinde gehört. Madigan übernimmt spontan die Leitung, sie betet mit den Gläubigen und trägt die Lesungen vor. Anschließend erklärt sie öffentlich, dass die katholische Kirche endlich auch Frauen zum Priesteramt zulassen müsse. Als der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, davon erfährt, kritisiert er die Ministerin: Sie habe die Gemeinde in »erhebliche Aufregung« versetzt und sich »opportunistisch« verhalten. Tagelang beherrscht dieser Kirchenstreit im Juni 2018 die Schlagzeilen irischer Zeitungen.
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