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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Hitze-Schock
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen
Der Inhalt:

Der Poet des hauchdünnen Schweigens

Theologe und Schriftsteller, Priester und Dichter. Ein Porträt des spirituellen Autors Wilhelm Bruners

Nachdem er lange im Café gesessen und viele Fragen über sein Leben beantwortet hat, will Wilhelm Bruners noch ein wenig draußen unter den Bäumen einhergehen und sich die Beine vertreten. Die vielen Lebensereignisse, von denen er im Café berichtet hat, klingen beim Gehen im Schweigen noch nach. »Am Ende komme ich immer wieder bei der Geschichte von Elija an«, sagt er dann, als wolle er damit ein Fazit aus all dem Gesagten ziehen. Der Prophet Elija hat sich in endlosen Kämpfen verausgabt, wird verfolgt, erlebt Feuer, Sturm und Erdbeben. Aber Gott war nicht im Sturm, nicht im Feuer und nicht im Beben. »Dann spürt Elija dieses sanfte Säuseln. In manchen Übersetzungen heißt es: ein hauchdünnes Schweigen. Martin Buber übersetzt: ein verschwebendes Schweigen.« In diesem Schweigen war Gott.

Mit dieser Geschichte hat Wilhelm Bruners etwas Wesentliches von dem vermittelt, was ihn sein Leben lang bewegt hat. Wie er hier unter den Bäumen dahergeht, leise, heiter, in offenem Blickkontakt, wird spürbar, wie das »verschwebende Schweigen« auch für ihn selbst zur existenziellen Erfahrung geworden ist. Der schmale Mann mit dem grauen Bart und der runden Brille ist Theologe, geistlicher Begleiter und Dichter. Einer, der das Göttliche nicht in lauten Bekenntnissen und steinernen Dogmen sucht, sondern in einer hauchdünnen, verschwebenden Gegenwart. Einer, der das Erzählen liebt, die Umschreibung dessen, was letztlich nicht gesagt werden kann, in Geschichten und Gedichten, im Spiel und im Schweigen.

Obwohl er katholischer Priester ist, lange in Jerusalem gelebt, als Bibelwissenschaftler und Dozent in theologischen Instituten gearbeitet hat, klingen Bruners’ spirituelle Texte nicht intellektuell und sicher, sondern suchend,