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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2018
Hitze-Schock
Wie Landwirte und Verbraucher jetzt umsteuern müssen
Der Inhalt:

Auf dem Motorrad in Richtung Freiheit

Daniela Steuer organisiert einmal im Jahr einen besonderen Ausflug für Menschen mit Behinderung

Fährt unsere Kolonne mit achtzig Motorrädern, Trikes und Gespannen durch die Ortschaften, sorgen wir für Aufsehen. Die Leute winken uns oft zu. Sie sehen keinen Unterschied zwischen nicht behindertem Fahrer und behindertem Beifahrer, alle sind gleich. Dieses Jahr organisiere ich zum 29. Mal einen Motorradausflug für behinderte Menschen. Mancher Rollstuhlfahrer sitzt im Gespann, andere Teilnehmer fahren als Sozius mit. Was Ende der 1980er-Jahre klein begann, ist heute eine große Aktion.

Hermann Hesse formulierte die Weisheit, man müsse das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu schaffen. Das nahm ich mir zum Wahlspruch und wollte damals über den Sozialdienst der Mainfränkischen Werkstätten in Würzburg, den Lebenshilfe-Vereinen Würzburg, Kitzingen, Main-Spessart, Marktheidenfeld und dem Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung etwas anbieten, das so noch nicht da war. Zufällig traf ich auf Harley-Fahrer, die sich sozial engagieren wollten, um ihr Image aufzupolieren. In den USA organisieren Biker regelmäßig Charity-Aktionen. Bei uns in Unterfranken sah die Realität anders aus: Motorradfahrer waren oft als Rocker verschrien – und auch die Vorurteile gegenüber behinderten Menschen waren groß. Beide Seiten bildeten jeweils eine Randgruppe. Zur ersten Tour starteten wir 1989 mit zehn Fahrern. Für manchen der Beifahrer war der Tagesausflug eine Form von Freiheit, wie er sie zuvor nicht erlebt hatte. 1990 warteten bereits 27 Harleys vor den Mainfränkischen Werkstätten. Mittlerweile beteiligen sich Motorradclubs aus ganz Unterfranken, heuer werden es achtzig sein. Fahrer und Beifahrer sind den Tag über füreinander verantwortlich