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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2017
Vorwärts, Europa!
Wie die Politologin Ulrike Guérot die EU revolutionieren will
Der Inhalt:

Alle Etagen unter und über der Erde

von Anita Rüffer vom 25.08.2017
Hochbeete, Pflanzkrater und eine dicke Mulchdecke: Permakultur ist eine Weise, Garten und Felder zu bestellen. Aber auch ein Lebenskonzept

Mit Permakultur Zukunft gestalten« heißt es auf dem Umschlag eines Buches in meinem Regal. Aber was genau ist Permakultur? Ein neues Etikett für »Nachhaltigkeit«? Ein Weg, der Konsum- und Wegwerfgesellschaft zu entkommen? Ich will das herausfinden und fange in meinem Garten an. Dort, bilde ich mir ein, gestalte ich schon lange Zukunft: Aus Kompost gewinne ich natürlichen Dünger, sammle Regenwasser in einer großen Zisterne und biete Schmetterlingen, Vögeln und Eidechsen einen Lebensraum. Was denn noch? Das will ich von Permakultur-Fachmann Gerhard Dürr erfahren. Der 69-jährige ehemalige Bäcker und Forstunternehmer aus dem schwäbischen Dornstetten bei Freudenstadt hat sich in Österreich zum Permakultur-Berater ausbilden lassen. Er besucht mich in meinem Garten.

Anscheinend mache ich schon vieles richtig: Das Staudenbeet ist abwechslungsreich bepflanzt und eine wahre Bienenweide. Kein Stück nackter Erde kommt zum Vorschein. Was eine Todsünde wäre. Gerhard Dürr wettert über die Mais-Monokulturen, die, bis sie begrünt sind, dem Wind monatelang Gelegenheit gäben, den wertvollen Humus davonzutragen. »So werden die Böden schlecht.« Meinem Boden empfiehlt er eine dicke Mulchdecke: »Futter für die Regenwürmer. Und Sie müssen nicht gießen. Vieles ist aus Faulheit entstanden.« Gezupftes Unkraut einfach an Ort und Stelle liegen lassen. Der Komposthaufen wird überflüssig. »Alles, was wächst, muss dableiben«, sagt der Permakultur-Berater. Allzu oft beobachtet er Nachbarn, wie sie ihren Grünabfall zur Deponie bringen und auf dem Rückweg »noch schnell beim Baumarkt vorbeifahren, um Dünger zu kaufen«. In seinem eigenen Garten werden sogar die eigenen Ausscheidungen via Komposttoilette nach definierten Verfahren in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt. Keine Kläranlage wird damit belastet. Dafür wird Gerhard Dürr in seinem traditionellen Umfeld auch schon mal als Sektierer abgestempelt.

Im Gespräch mit Dürr wird klar: Permakultur ist ein radikales Denken in Kreisläufen, die im Garten und in der Landwirtschaft anfangen und bei Ernährung, Energie, Bildung, Architektur und Zusammenleben längst nicht aufhören. Alles hängt mit allem zusammen. Das muss erst mal in die Köpfe. Der Permakultur-Berater verfolgt eine Mission.

Als permakulturelles Highlight, zum Beispiel, entpuppt sich meine Gartenmauer aus alten Sandsteinquadern, mühsam zusammengesammelt aus Abbruchobjekten. Zugegeben, sie

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