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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2016
Schwester Kuh
Was wir den Tieren schulden
Der Inhalt:

NACHGEFRAGT: Will der Papst Diakoninnen?

Franziskus lässt die Chance auf neue Jobs für Frauen in der Kirche prüfen. Fragen an die Theologin Ida Raming

Publik-Forum: Im Vatikan scheint man jetzt auf die Frau gekommen zu sein: Eine gerade gegründete Kommission prüft, ob es in der Geschichte der Kirche Diakoninnen gab – und ob es auch künftig welche geben könnte. Weiß man das nicht alles schon?

Ida Raming: Ja, das weiß man. Es liegen viele grundlegende wissenschaftliche Arbeiten dazu vor. Aber schon vor einigen Jahren hat eine vatikanische Kommission die Frage so behandelt, dass wesentliche Forschungen gar nicht zur Kenntnis genommen wurden.

Trotzdem hat ein Schwung von Ordensoberinnen Papst Franziskus offenbar dazu gebracht, die Frauenfrage wieder auf die Tageordnung zu nehmen. Er lässt nun über die Frühphase der Kirche forschen. Haben Sie die Hoffnung, dass etwas Neues dabei herauskommen?

Raming: Neu wäre, wenn eine solche Kommission wirklich mal das kirchengeschichtliche Wissen aufgreifen würde. Bislang haben sich zur Frauenfrage mit Vorzug Dogmatiker geäußert. Und die lassen die historischen Kontexte, die Sozial- und Milieugeschichte gerne weg. Wenn man diese Geschichte sieht, muss man zur Kenntnis nehmen: Frauen wurden zum Beispiel auch deswegen aus dem Altarbereich verdrängt, weil man sie wegen ihrer Monatsblutung für unreine Wesen hielt, die den »reinen Raum« nicht beschmutzen durften. Dies kann ja heute kein Grund mehr sein, sie fernzuhalten! Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch eine Aussage des Kirchenhistorikers Hubert Wolf. Er sagt: »Es besteht kein Zweifel, dass es über Jahrhunderte in der Kirche Diakoninnen gab, die in einem analogen Ritus wie dem für Männer ordiniert wurden: Diakoninnen gab es in der alten Kirche, in der Ostkirche sogar bis ins 12.