Pro und Contra
Tote ins Museum?
Ja, das ist ein Fest des Lebens
»Körperwelten« ist ein Fest des Lebens! Die Ausstellung zeigt den Besuchern sowohl den feingliedrigen Aufbau ihres Körpers als auch dessen Zerbrechlichkeit. So wird ihr Sinn für die eigene Gesundheit gestärkt. Außerdem macht die Ausstellung auf die Einmaligkeit und Besonderheit des Menschen aufmerksam, indem sie den feinstrukturieren Körper auf dem Hintergrund seiner Endlichkeit zum Vorschein bringt. Sie lehrt den Betrachter das Staunen über die eigene Existenz, für deren Bewunderung im Alltag nur wenig Raum bleibt. Körperwelten leistet einen wichtigen Beitrag zur Intensivierung des bewussten Lebens. Das Selbstverständlichste wird hier zum Bemerkenswerten. Schließlich regt die Ausstellung die Frage nach dem Wert und der Bedeutung des Menschen an. Jedoch bleibt die Ausstellung weltanschaulich neutral. Sie beantwortet letzte Fragen nicht. Körperwelten ist deutungsoffen für unterschiedliche Menschenbilder religiöser und philosophischer Art. – Über die ethische Zulässigkeit der Ausstellung haben die Körperspender und Besucher längst entschieden.
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Franz Josef Wetz, geboren 1958, lehrt Philosophie und Ethik an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Er ist im wissenschaftlichen Beirat der Humanistischen Akademie Bayern.
Margot Käßmann, geboren 1958, ist evangelisch-lutherische Theologin und Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017 im Auftrag des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
