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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2016
Schwester Kuh
Was wir den Tieren schulden
Der Inhalt:

Mamma Mia!

von Britta Baas vom 26.08.2016
Hillary Clinton, Theresa May, Angela Merkel: Sind Frauen die besseren Menschen? Oder wenigstens die besseren Politikerinnen?

In Amerika muss sie einen mächtigen Drachen besiegen. In England hat sie ein paar unartige Bengel zur Ordnung gerufen. Und in Deutschland sagt sie immer mal wieder: »Wir schaffen das!« Die mächtige Frau in der Politik ist die beste Mama der Welt.

In dieser Rolle wird sie jedenfalls gern gesehen. Wenn irgendwelche Männer schrecklichen Mist bauen, muss sie kommen und alles richten. Sie ist sachlich, ein bisschen konservativ, und natürlich bewahrt sie die Contenance. Niemals würde sie herumbrüllen, sie würde nicht heulen und schon gar nicht hetzen. Sie bringt Ruhe in aufgeregte Situationen, weiß immer einen Rat und nimmt sich nicht so wichtig. Alle wissen: Sie ist unersetzbar.

Warum macht die mächtige Frau in der Politik ihren Job eigentlich so? Liegt das an ihren Genen? Es gibt Leute, die denken das. Für sie sind Frauen einfach anders als Männer. Manche denken sogar, Frauen seien die besseren Menschen. Allerdings kommen diese Leute etwas ins Trudeln, wenn sie erklären sollen, was dann eigentlich los ist mit Marine Le Pen und Frauke Petry. Ist die rechtspopulistische Frau zumindest besser als der rechtspopulistische Mann? Wenigstens das?

Diese Frage stellen sich Hillary Clinton, Theresa May und Angela Merkel wahrscheinlich nicht. Im Verlauf ihres schon ziemlich lange währenden politischen Lebens haben sie gelernt: Frauen sind links und rechts. Fair und gemein. Schlau und dumm.

Biologisch lässt sich jedenfalls nicht erklären, warum manche Frauen politisch erfolgreicher sind als Männer. Eher schon ist es so, dass ihnen zugeschrieben wird, was sie angeblich besser können: uneitel sein, verlässlich, am Ergebnis orientiert. Weil ihnen eh niemand die große Show zutraut, müssen sie sie auch gar nicht liefern. Ihre Trumpfkarte ist die Sicherheit, die sie verheißen: Mama kommt und pustet das Aua weg. Sogar dann, wenn das Aua Donald Trump heißt.

Die Rolle der Mutter ist nicht sexy. Aber sie ist erfolgversprechend. Während man sie spielt, trägt man tunlichst Rüstung – Angela Merkel ihren immerwährenden Hosenanzug, Hillary Clinton ihre hoch geschlossenen Glitzerpanzer. Wenn man das nicht macht, heißt man Theresa May. Die Spannung zwischen ihren Leopardenpumps und ihrem gefrorenen Lächeln hat allerdings auch etwas Mütterliches, das signalisiert: Es ist eine Mutter mit Krallen, die England regiert. Jederzeit muss man damit rechnen,

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