Wir radeln dann mal nach Teheran
Am Abend traten wir in Frankfurt vor die Haustür, schwangen uns auf die Räder und fuhren los. An der Kreuzung verloren wir unsere winkenden Nachbarn aus den Augen. Jetzt blieb nur noch die Ferne. Wir fuhren auf der Straße, die nach Tübingen führt, nach Wien, nach Sarajevo und Teheran. An diesem Abend führte sie uns nach Frankfurt-Rödelheim. Während wir unser Zelt unter einer Buche aufschlugen, richteten sich zehn Kilometer Luftlinie entfernt zwei Spanier in unserer Wohnung ein. Während sie unser Bett bezogen und die Schränke einräumten, rollten wir die Schlafsäcke aus. Während sie vielleicht eine Paella in unseren Ofen schoben, kochten wir auf dem Spirituskocher Spaghetti. Unsere Wohnung war jetzt ihr Zuhause. Und unseres war nun die Landstraße.
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Christoph Borgans, geboren 1983, hat Islamwissenschaft studiert und kennt die meisten Länder auf der Route nach Teheran von Tramp- und Wanderfahrten. Auf einem Fahrradsattel aber hat er bisher nie länger als vierzig Kilometer gesessen.
Katharina Müller-Güldemeister, geboren 1983, hat Geografie studiert und davor in Berlin als Fahrradkurierin gearbeitet. Ihre erste 130-Kilometer-Etappe fuhr sie als Dreizehnjährige – allerdings im flachen Norddeutschland. Mit Bergen und islamischen Ländern hat sie noch wenig Erfahrung.
