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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2016
Schwester Kuh
Was wir den Tieren schulden
Der Inhalt:

»Die Kirche verreckt an ihrer Sprache«

Belanglos, hilflos, machtlos: Der Jargon der Theologen geht vielen zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus. Welchen Sinn hat da noch das Predigen? Politikberater Erik Flügge war mal Theologiestudent. Und weiß Rat

Publik-Forum: Herr Flügge, Sie machen sich Sorgen um die Kirche. Als Strategieberater, der sich eigentlich in der Politik tummelt, sagen Sie: »Der Laden verreckt an seiner Sprache.« Zunächst haben Sie in Ihrem Blog einen offenen Brief geschrieben, dann ein Buch daraus gemacht. Sehen Sie erste Erfolge Ihrer Brandschrift?

Erik Flügge: Wenige. Hätte mich aber auch gewundert, wenn die Kirche von jetzt auf gleich ihren Jargon der Betroffenheit abschütteln könnte. Da muss man an zu vielen Stellschrauben etwas ändern. Die objektiven Fakten sind die Austritte, die seit Jahren anhalten. Der kontinuierliche Sinkflug und gleichzeitig die immer geringer werdende Anzahl von Menschen, die in den Gottesdienst gehen. Letzteres muss damit zu tun haben, was dort passiert. Und das ist stark sprachbasiert und erzeugt offensichtlich keine Bindungskraft.

Was passiert denn im Gottesdienst Schlimmes?

Flügge: Wenn denn wenigstens was Schlimmes passieren würde! Es passiert leider etwas Belangloses. Mir schrieb vor wenigen Tagen ein Theologiestudent eine Leseerfahrung mit meinem Buch. Er meinte, er habe sich bei der Lektüre daran erinnert, dass er in der Kirche gar nicht mehr zuhört. Für ihn sei der Predigttext so etwas wie eine nette Begleitmusik. Ich denke: Dann könnten wir das Ganze auch wieder auf Latein machen. Wenn das, was auf Deutsch gesagt wird, so wenig von Interesse ist.

Haben Sie sich mal irgendeinen Gedanken aus einer Predigt gemerkt?

Flügge: Mir geht es wie diesem Studenten. An die Inhalte von Predigten erinnere ich mich so gu