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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2016
Schwester Kuh
Was wir den Tieren schulden
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 26.08.2016

Hans Stolp
Demenz
Aquamarin. 144 Seiten. 12,95 €

Der Autor spricht aus langer Erfahrung in der Begleitung Demenzkranker. Sein Buch hat hilfreiche Aspekte, etwa wenn er die Formen, Stadien und den Verlauf der Demenz beleuchtet und neue Pflegeansätze schildert. Er fordert Ganzheitlichkeit, Einfühlung und Verständnis. Die Argumentation des Pfarrers der holländischen Reformierten Kirche ist nicht wissenschaftlich ausgerichtet, sondern eher dem esoterischen Formenkreis zuzuordnen. So wird etwa Demenz nicht medizinisch, sondern als »sanfte Ablösung des Ätherleibes« erklärt. Sonderbar auch die Einstellung zu Frauen. Sie seien mit 71 Prozent überdimensional betroffen (die Leitlinien für Demenz sprechen von einem Verhältnis 3:2). Durch viele Pflegeaufgaben hätten sie »oft keine Gelegenheit, sich um ihr Gedächtnis zu kümmern«. Christine Weber-Herfort

Shirin mit Alexandra Cavelius und Jan Kizilhan
Ich bleibe eine Tochter
des Lichts

Europa Verlag. 364 Seiten. 18,99 €

Vertreibung, Mord, Zwangskonversion, Versklavung, Vergewaltigung – unter all den Gruppen, die vom »Islamischen Staat« verfolgt werden, ergeht es den Jesiden besonders übel. Die Bilder von der dramatischen Rettung Zehntausender aus den Sindschar-Bergen im Nordirak haben weltweit auf das Schicksal dieser kurdischen Volksgruppe mit ihrer uralten Religion aufmerksam gemacht. Dennoch bleibt das Leid, das jungen Frauen als Sex-Sklavinnen angetan wird, schon aus Scham der Betroffenen meist abstrakt. Umso erschütternder ist der Bericht der Jesidin mit dem Pseudonym »Shirin«. Allerdings bleibt ein Rest von Unbehagen, wie authentisch ihre Erinnerungen und Gedanken tatsächlich sind. Niedergeschrieben, geordnet und offensichtlich auch ergänzt wurden sie nämlich von Alexandra Cavelius auf der Basis mehrtägiger, mithilfe einer Dolmetscherin geführter Gespräche. Die informativen Einschübe und das glänzende Nachwort des Psychologen Jan Kizilhan, dem Shirin die Aufnahme in ein Opfer-Programm in Deutschland zu verdanken hat, bestätigen jedoch alles Wesentliche der Erzählung. Flüchtlinge wie Shirin – so resümiert Cavelius zu Recht – »führen uns vor Augen, was für ein großartiges Geschenk Freiheit und Demokratie sind und dass es sich unbedingt lohnt, dafür zu kämpfen«. Michael Kuderna

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