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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2015
Unter die Haut
Sechs Monate mit syrischen Flüchtlingen unter einem Dach
Der Inhalt:

Nur mal kurz die Welt retten

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 28.08.2015
Die neuen UN-Ziele gelten für den Süden und für den Norden. Doch sind sie wirklich mehr als ein Papiertiger?

Es war einmal eine Welt voll glücklicher, satter und zufriedener Menschen. Eine Welt, in der die Meere wieder sauber sind und die Luft nicht verpestet ist. Eine Welt, in der es keine Armut mehr gibt, in der Kinder und Alte gesund sind, niemand benachteiligt wird, alle lesen und schreiben können und Frauen die gleichen Rechte haben wie Männer. – Das ist nicht der Beginn eines Märchens, sondern die Vision unseres Planeten, wie er sein könnte, wenn die neuen UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) erfüllt würden.

Zur Jahrtausendwende beschlossen die Vereinten Nationen, mit den Millenniumszielen die Welt zu verbessern. Die 15 Jahre, in denen das geschehen sollte, sind nun vorbei, und auf die 8 Millenniumsziele folgen 17 Nachhaltigkeitsziele. Sie muten an wie ein Wunschkonzert: Die Bekämpfung von Armut und Hunger gehört genauso dazu wie der Schutz der Umwelt, der Aufbau starker Volkswirtschaften und Gesundheitssysteme, die Förderung von Sicherheit und Frieden und die weltweite Solidarität.

Und doch gibt es Unterschiede: »Die neuen Ziele nehmen auch die Industriestaaten in die Pflicht. Ihr Konsumverhalten und die Produktionsbedingungen sind ein essen zieller Bestandteil«, erklärt die ehemalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. »Die Einteilung der Welt in einen reichen Norden und einen armen Süden ist nicht mehr zeitgemäß«, fügt Pirmin Spiegel hinzu, Geschäftsführer von Misereor. Es geht um eine nachhaltige Wirtschaftsweise weltweit.

Neu ist also die Universalität der Ziele. Neu ist auch die Art und Weise, wie sie zustande gekommen sind. Im Gegensatz zu den Millenniumszielen wurden die Nachhaltigkeitsziele nicht von den Industrienationen vorgegeben. Stattdessen wurden sie von Regierungen, Wissenschaftlern und der Zivilgesellschaft gemeinsam erarbeitet. Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger auf der ganzen Welt hatten ihre Vorstellungen von einer besseren Welt eingereicht.

Doch sind die Ziele mehr als nur ein Papiertiger? »Es besteht die Gefahr, dass sie als solcher enden«, sagt der Geschäftsführer von medico international, Thomas Gebauer. Wenn es zur Umsetzung kommt, wird es schwierig. Denn: Auch die neuen Ziele sind unverbindliche Selbstverpflichtungen – und könnten als bloße Absichtserklärungen enden. Dem muss nicht so se

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