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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2015
Unter die Haut
Sechs Monate mit syrischen Flüchtlingen unter einem Dach
Der Inhalt:

Eine Police gegen Hunger

von Joachim Wille vom 28.08.2015
Wem helfen Klimarisiko-Versicherungen? Den Versicherungen oder den Armen im Süden?

Eine neue Idee soll arme Länder »katastrophenfester« machen: Staaten wie Äthiopien, der Himalaya-Staat Nepal oder die pazifische Inselrepublik Vanuatu leiden schon heute unter dem Klimawandel. Sie besitzen nicht die finanziellen Mittel, um die Folgen von häufiger auftretenden Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürmen und anderen Wetterextremen zu beherrschen oder sie wenigstens abzumildern. Öffentlich geförderte Klimarisiko-Versicherungen sollen diesen Staaten oder besonders gefährdeten Gruppen – etwa den Bauern in den betroffenen Regionen – in schwierigen Lagen Finanzhilfen zukommen lassen. Die Staats- und Regierungschefs der G7-Industriestaaten haben auf ihrem jüngsten Gipfel beschlossen, dieses innovative Konzept voranzubringen.

Modelle für die Klimaversicherungen gibt es bereits. Am bekanntesten ist die African Risk Capacity (ARC), eine Dürreversicherung, die mit deutsch-britischer Unterstützung aufgebaut worden ist. Afrikanische Länder können sich damit gegen die Folgen von Ernteausfälle aufgrund von Trockenheit schützen. Tatsächlich wurden im vergangenen Februar an drei Staaten in der Sahel-Zone – Mauretanien, Niger und Senegal – Kompensationen aus den ARC-Mitteln ausgezahlt. Mit den 25 Millionen US-Dollar wurde mehr als einer Million Menschen nach einer starken Dürrepe riode mit Nahrung geholfen. Eine halbe Million Nutztiere wurden vor dem Tod bewahrt, weil die Bauern dank der Zahlungen schnell Futter für sie kaufen konnten. Ein anders Beispiel für eine solche Versicherung ist die Caribbean Catastrophe Risk Insurance Facility (CCRIF). Sie wurde entwickelt, um Regierungen in der Karibik nach einem Hurrikan oder Erdbeben schnell zahlungsfähig zu machen.

Der Anstoß, dieses Konzept auszuweiten, kam von der Bundesregierung. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) machte deutlich, dass die Ärmsten am wenigsten zum Klimawandel beitragen, aber am meisten darunter leiden und am wenigsten vorsorgen können. Deshalb müssten die G7 Verantwortung übernehmen.

Bislang sind rund hundert Millionen Menschen weltweit gegen Klimarisiken versichert. Bis 2020 soll deren Zahl auf 500 Millionen erhöht werden, so das Ziel der G7-Initiative. Deutschland will dafür 150 Millionen Euro bereitstellen.

Bei den Umwelt- und Entwicklungsorganisationen gibt es zu dem Versicherungsprojekt viel Zustimmung, aber auch K

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