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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2020
Wem gehört Jesus?
Christen und Juden streiten um den Mann aus Nazareth
Der Inhalt:

Mit dem Mut der Verzweiflung

von Birgit Roschy vom 14.08.2020

Kino. Trotz medizinischer Fortschritte werden Menschen, oft in der Blüte ihrer Jahre, von Krankheiten getroffen. Doch die fünf Protagonisten dieses Dokumentarfilms wollen sich nicht mit ihrem von Ärzten prognostizierten Schicksal abfinden. Mit derselben Zielstrebigkeit, mit der sie ihr Leben vor der Krankheit gestaltet haben, suchen sie nach Wegen jenseits der »Schulmedizin«, um ihr Leiden zu mildern. Anschaulich schildern sie, wie sie im Selbstversuch ihr Leben komplett umgekrempelt und neben dem körperlichen einen geistig-seelischen Reset durchlebt haben. Tatsächlich sind die vorgestellten Heilansätze im Grunde eine – wiewohl mit modischen Buddhafigürchen dekorierte – Rückbesinnung auf traditionelle Volksmedizin: Ernährungsumstellung, Fasten, Bewegung, Naturerleben und Heilkräuter. »Der Tisch ist reich gedeckt«, freut sich etwa Stephan, der auf Taunuswiesen seine tägliche Kräuterration pflückt, um seine Arthritis zu heilen. Ranja, die an einem Darmtumor litt, kam durch Yoga und Meditation wieder auf die Beine. Ihre individuellen Erfahrungen werden durch Aussagen von Fachleuten aus ganzheitlichen Kliniken eingeordnet. »Wir haben ein Recycling-Programm in uns«, sagt etwa eine Ärztin. Mit der krebskranken Dominique wird zwar klar, dass Naturheilkunde keine Wunder vollbringen kann. Doch Dominique findet durch den Rudersport neue Kraft, um sich in ihrer verbleibenden Lebenszeit den wichtigen Dingen zu widmen. Untermalt werden diese Porträts von tiefenentspannten Naturbildern, die jedoch kaum je ins Esoterische gleiten. Wir selbst, so lautet die filmische Botschaft, können – und sei es nur mit dem Mut der Verzweiflung im Angesicht der Krankheit – Einfluss auf unser Lebensglück nehmen.

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