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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2018
Himmlische Klänge
Musik als spirituelle Kraft der Religionen
Der Inhalt:

Ene, mene, muh und raus bist du

Der Familiennachzug ist wieder erlaubt – aber nach welchen Regeln?

Das Bundesverwaltungsamt erfährt dieser Tage ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit. Normalerweise richtet es Wettbewerbe für Sammlermünzen aus, verwaltet Kunstgegenstände des Bundes und führt ein Verzeichnis ausländischer Geistlicher mit Trauungsbefugnis. Ab sofort aber entscheidet es auch, ob ein Flüchtlingskind in Deutschland mit seinen Eltern aufwachsen darf. Es entscheidet über Glück oder Unglück von Familien. Und darüber, ob Integration in Deutschland gelingt oder nicht, denn dass diese in hohem Maße von der Familie abhängt, ist belegt.

Der Grund für die ungeahnte Machtfülle: Der Familiennachzug für subsidiär Schutzbedürftige ist seit dem 1. August wieder erlaubt. Und das Bundesverwaltungsamt ist zuständig. Jeden Monat dürfen maximal tausend Familienmitglieder einreisen – doch die Auswahl dieser Menschen gleicht einer Lotterie. Ob eine Mutter mit ihrem Kind wiedervereint wird, ob ein Mann nach jahrelanger Trennung seine Frau in die Arme schließen darf, das bestimmen nun deutsche Verwaltungsbeamte. Nach welchen Kriterien, ist offen.

Humanitäre Erwägungen, insbesondere das Kindeswohl, sollen Vorrang haben, heißt es. Aber haben nicht alle Flüchtlinge humanitäre Gründe vorzubringen? Will nicht jeder Vater seine Kinder aufwachsen sehen? 34 000 Familien haben bislang Terminanfragen bei deutschen Botschaften in den Nachbarländern Syriens gestellt. Was viele von ihnen wohl nicht wissen: Deutschland definiert die »Kernfamilie«, für die der Familiennachzug gilt, als Vater, Mutter, Kind. Geschwister zählen nicht. Viele Kriegskinder haben aber nur noch ein Elternteil. Wenn nun eine syrische Mutter einen 13-jährigen Sohn in Deutschland hat und eine 8-jährige Tochter in Syrien, muss sie sich, so will es das Geset