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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2018
Himmlische Klänge
Musik als spirituelle Kraft der Religionen
Der Inhalt:

Die Angst vor dem Neuen

von Wolfgang Kessler vom 10.08.2018
Rechte Populisten überziehen vor allem Flüchtlingshelfer und Klimaschützer mit Hass. Warum?

Waldbrände, ausgetrocknete Flüsse, verdorrte Ernten, Ertrinkende im Mittelmeer: Die Probleme wachsen, und doch ziehen jene, die sich dagegen engagieren, brutalen Hass auf sich. AfD-Spitzenfrau Beatrix von Storch beschimpfte Umweltschützer als »Klimanazis«. Flüchtlingshelfer zählen für rechte Politiker wie Alexander Dobrindt zur »Anti-Abschiebe-Industrie«. Nun könnte man dies als Getöse von Spinnern abtun. Damit würde man aber ignorieren, dass solche Parolen auch in der Mitte der Gesellschaft durchaus verfangen.

Auffallend ist, dass sich der Hass der Rechten an zwei Themen entzündet: Flüchtlinge und Klima. Die soziale Ungleichheit weckt dagegen kaum Emotionen. Warum gerade Flüchtlinge und Klima? Mein Verdacht: Weil diese beiden Themen in nicht wenigen Menschen das Gefühl verstärken, ihr Leben verändern zu müssen. Wenn in der Nachbarschaft fremde Leute leben oder wenn Ökologen den Fleischkonsum, das Autofahren, die Urlaubsflüge infrage stellen, löst dies Veränderungsängste und massive Abwehr aus.

Mit Recht kann man einwenden, dass solche Veränderungen bisher kaum spürbar sind. Niemand hat einen Euro weniger in der Tasche, weil Flüchtlinge kamen. Sogar Horst Seehofer räumt ein: Die Kriminalität ist rückläufig. Die Klimakrise zeigt sich durch Wetterextreme, verändert aber bisher nicht das Leben. Dennoch reagieren viele mit Angst: Sie spielen die Flüchtlingskrise hoch, die Klimakrise wird verdrängt. Ehrlicherweise muss man einräumen, dass die Flüchtlingsbewegung und die Erdüberhitzung das Leben der Menschen in Zukunft verändern werden: Keine Abschottungspolitik und keine Grenzkontrollen werden Menschen an der Flucht vor Krieg und Elend hindern können. Und wie die Debatte um die Landwirtschaft zeigt, müssen die Deutschen klimagerecht wirtschaften. Das heißt: anders fahren, fliegen, essen, heizen – und damit anders leben.

Die Gefahr besteht, dass die Herausforderungen durch Flüchtlinge und die Erdüberhitzung das Hasspotenzial weiter anschwellen lassen – wenn die Gesellschaft nicht gegensteuert. Dieses Gegensteuern erfordert jedoch zweierlei: Zum einen eine Politik, die die ärmeren Menschen nicht im Regen stehen lässt. Erst wenn alle die gleichen Chancen auf Bildung, Gesundheit und ordentliche Wohnungen haben, werden sie diese Gesellschaft als gerecht empfinden. Erst wenn der Abbau von Jobs in der Kohlewirtschaft vom Aufbau anderer Jobs begleitet wird, fühlen sich die Bet

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